Sparkassen-Automaten werden zur Zielscheibe

Versuchte Sprengung von Geldautomat in Chemnitz bringt neue Ansätze für Fall in Hohenstein-Ernstthal

Hohenstein-Ernstthal.

Im Fall der gesprengten Geldautomaten von Hohenstein-Ernstthal bekommt die Polizei möglicherweise durch einen aktuellen Fall in Chemnitz neue Ermittlungsansätze.

Am Sonnabend hatte ein Zeuge gegen 6.25 Uhr die Polizei zum Sparkassen-Automaten im Chemnitzer Gablenz-Center gerufen. Mit Hilfe der Feuerwehr konnten die Beamten eine Gasflasche sicherstellen, aus der schon Gas entwichen war. "Wir sind froh, dass es keine Explosion gegeben hat und niemand verletzt wurde. Dieser Zeuge hat wahrscheinlich Schlimmeres verhindert", so Sven Mücklich, Unternehmenssprecher der Sparkasse Chemnitz. Scheinbar waren die Täter überrascht worden und sind geflüchtet.

Drei Einrichtungen der Sparkasse Chemnitz sind binnen eines Jahres zur Zielscheibe von Verbrechern geworden, die mit Gasexplosionen arbeiteten. Im Servicefoyer der Sparkasse an der Dresdner Straße 152 in Hohenstein-Ernstthal waren in der Nacht zum 17. August zwei Geldautomaten gesprengt worden. Die 50-Euro-Scheine aus einer herausgeschleuderten Kassette verteilten sich nach der Detonation über den Parkplatz. Ein ähnliches Schadensbild bot sich den Ermittlern am 22. Dezember 2018 an einem Sparkassen-Standort in Meerane. Die Wucht der Sprengung beschädigte die Geschäftsräume, das Gebäude und das Nachbarhaus. Der aktuelle Versuch in Chemnitz schlug dagegen fehl. Die Ermittler prüfen jetzt, ob es Parallelen gibt.

Sparkassen-Sprecher Sven Mücklich rät in jedem Fall: "Wenn Bürger Zeugen einer möglichen Sprengung werden, dann sollten sie keinesfalls eingreifen, sondern umgehend die Polizei rufen." Die Zahl der versuchten und vollendeten Sprengungen von Geldautomaten in Deutschland hat nach Angaben des Bundeskriminalamtes mit 369 im Jahr 2018 einen Höchststand erreicht. Vor zehn Jahren waren es lediglich 33. (hpk)

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