Spaziergang in der Ballonhülle begeistert Stauseefest-Besucher

Bei Kaiserwetter verbuchte die launige Fete am Oberwald einen riesigen Besucheransturm. Aber nicht nur Sonne, Wasser, Spielmöglichkeiten und Neptun machten das Fest zu einem Kracher.

Reichenbach.

Jette Schreiner aus Chemnitz hat seit Sonnabend einen neuen Namen. Ausgerechnet an ihrem 13. Geburtstag beim Ausflug zum Stausee Oberwald musste sie sich dort von Neptuns Häschern knechten lassen. Seitdem darf sie sich "Schwatzhafte Riesenschildkröte" nennen. Statt mit erfrischender Limo auf den Geburtstag anzustoßen, musste sie einen üblen Trunk aus Zitronentee, Basilikum, Kümmel, Oregano, Zitronenmelisse und Senfkörnern runterwürgen. Das Martyrium ging dann mit einem unfreiwilligen Bad in den Fluten und der Übergabe einer wasserfesten Taufurkunde zu Ende.

Den Neptun mimte diesmal Cornelia Lange, seit 25 Jahren Mitglied der Hohenstein-Ernstthaler Wasserwacht. Die 52-Jährige hat als Neptun Routine, tauchte in der Rolle schon x-Mal im Lugauer und im Gersdorfer Bad auf. "Am Stausee ist es erst das zweite Mal", sagte sie. Ihre Vorgänger in der Verkleidung kennt sie alle: Ralf Held, Wolfgang Lindner, Michael Thümmler, Ina Franke. Cornelia Lange ist eigentlich Lehrerin für Mathe und Physik, verdient heute ihre Brötchen aber als Pädagogin im Kultur- und Freizeitzentrum in Lugau.


Mit 20 ihrer rund 130 Mitglieder mischte die Wasserwacht beim Stauseefest mit. Dabei unterstützten die Schwimmer nicht nur den Herrscher aller Meere, Flüsse, Teiche und Tümpel. Am Infostand der Wasserwacht konnten sich die Festbesucher über lebensrettende Maßnahmen bei Erwachsenen und Kleinkindern informieren. Manuela Schaarschmidt aus Hermsdorf, Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivmedizin am DRK-Krankenhaus in Lichtenstein, zeigte den Besuchern, wie Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung richtig angewendet werden. Dabei durften sich die Gäste auch an den Dummys versuchen.

Neben dem großen Angebot an Spiel- und Unterhaltungsmöglichkeiten konnten Besucher auch mal einen Spaziergang in der 3000 Kubikmeter fassenden Hülle eines Heißluftballons unternehmen. Der Brenner mit seinen zweimal 3000 PS blieb dabei aus. Nur kalte Luft schickte Ballonfahrer Johannes Reichert per Riesenventilator in die Hülle, die sich für die Gäste am Boden wie eine Traglufthalle aufrichtete. Auch die Kinder der Familie Welskopf aus Borna - Vivienne (14), Alina (8) und Lea (11) -, die vom Stauseefest im Internet gelesen hatten, nutzten die Chance. "So etwas habe ich zum ersten Mal erlebt. Unglaublich, wie riesig die Ballonhülle ist. Das Fest hier am See ist wirklich toll", sagte Vivienne danach. "Mit einer neuen Hülle darf man das natürlich nicht machen", erklärte Johannes Reichert, der auf Erfahrungen aus 1300 Ballonfahrten zurückgreifen kann. "Und es macht immer noch Spaß, sonst würde ich es nicht mehr machen." Auch Tochter Susann hat inzwischen ihren Pilotenschein als Ballonfahrerin in der Tasche. "Wir haben jetzt insgesamt drei große einsatzfähige Ballone", berichtet die 31-Jährige.

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