Stadtrat Lichtenstein: Linke attackieren Bürgermeister

Die Fraktion der Linkspartei hat in einem offenen Brief Thomas Nordheim bezichtigt, er würde sie herabwürdigend behandeln. Das Stadtoberhaupt weist die Behauptung zurück.

Thomas Nordheim (Freie Wähler) ist seit 2015 Bürgermeister in Lichtenstein. Hier bei einer Podiumsdiskussion vor seinem Amtsantritt.
Ute Hoch - Stadträtin (Die Linke)

Für Sie berichtet: Erik Kiwitter

Die Linksfraktion im Stadtrat von Lichtenstein hat den Bürgermeister Thomas Nordheim (Freie Wähler) scharf kritisiert. In einem offenen Brief, der auch an die Fraktionsvorsitzenden ging, werfen die Linken dem Stadtoberhaupt herabwürdigendes Verhalten vor. "In der Vergangenheit mussten wir wiederholt feststellen, dass wir bei Fragen zur Kommunalpolitik unfair behandelt wurde", heißt es in dem Schreiben.

Auslöser für den offenen Brief und der Kritik an Nordheim war eine kurze Debatte zwischen Linken-Fraktions-Chefin Ute Hoch und dem Mitglied der Fraktion der Freien Wähler, Ulf Adelmeier. "Wir wollen nicht aufzählen, welche Herabwürdigungen wir schon erfahren haben. Der Umgang mit uns in der letzten Stadtratssitzung am 6. August hat die Krone aufgesetzt", so der weitere Wortlaut in dem Schreiben. In der Diskussion während der Sitzung hatte sich Ute Hoch bei Ulf Adelmeier nach der Situation in der Stadtinitiative in Lichtenstein erkundigt, einem Zusammenschluss von Händlern und Gewerbetreibenden, dessen Vorsitzender Adelmeier ist und der jetzt abgewickelt wird. Es gab einen kurzen Disput zwischen den beiden Stadträten; und Adelmeier reagierte auch etwas ungehalten. Die Rede ist auch von unqualifizierten Bemerkungen.

Ute Hoch kritisiert jetzt in dem offenen Brief gemeinsam mit ihren beiden anderen Fraktionskollegen Roland Eckl und Andreas Müller, "dass Sie, verehrter Herr Bürgermeister, nicht in den Dialog eingegriffen und das Thema zur Diskussion gestellt haben." Die Reaktionen auf den offenen Brief fallen indes unterschiedlich aus. Lothar Bieling, Mitglied der CDU-Fraktion, schließt sich der Kritik der Linken an: "Es hätte sich gehört, dass der Bürgermeister in das Gespräch eingegriffen hätte." Jürgen Hofmann (SPD) dagegen verteidigt sowohl Nordheim als auch Adelmeier. "Die Frage von Frau Hoch hatte nichts im Stadtrat zu suchen. Bei der Stadtinitiative geht es ja um einen privaten Verein. Da hätte sie, so wie Herr Adelmeier richtig festgestellt hat, ja auch mal in der Sitzungspause auf ihn zukommen können."

Bürgermeister Thomas Nordheim (Freie Wähler) weist die Kritik zurück, gibt sich aber moderat: "Das Verhalten von Herrn Adelmeier kann man als ungeschickt bezeichnen, daraus jedoch eine unfaire Behandlung der Stadtratsfraktion Die Linke abzuleiten, ist nicht sachgerecht." Nordheim betonte in einem Gespräch mit der "Freien Presse", dass er gerade den ehrenamtlichen Einsatz von Ute Hoch sehr schätze. Deshalb habe er sie auch für den sächsischen Bürgerpreis vorgeschlagen.

1Kommentare
👍4👎0 franzudo2013 08.09.2018 Als Zaungast würde ich es zuspitzen, diesen Buergermeister hat Lichtenstein nicht verdient. Kapriziert sich auf sinnlose Kreisverkehre und schafft nur Probleme statt diese zu lösen. Politik ist die Kunst des Machbaren. Privatkriege mit St. Egidien und Herrn Daetz bringen die Stadt nicht voran. Der Ansatz, das Stadtmuseum schließen zu wollen, zeugt von grandioser Ignoranz.
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