Stadtrat mit Mini-Amtszeit

Wahlen 2019 Auch vor der Oberlungwitzer CDU macht das Problem, Kandidaten zu überzeugen, nicht Halt. Ein neuer Stadtrat verabschiedet sich alsbald wieder.

Oberlungwitz.

In der nächsten Sitzung Ende März wird René Fritzsche in den Oberlungwitzer Stadtrat nachrücken. Er tritt in der CDU-Fraktion die Nachfolge von Colleen Irmscher-Jentsch an, die aufgrund ihres Umzuges nach Hohenstein-Ernstthal nicht Ratsmitglied bleiben durfte. Denn für Stadt- und Gemeinderäte ist vorgeschrieben, dass sie in dem Ort wohnen müssen, in dessen Rat sie aktiv sind. René Fritzsch kennt sich als Nachrücker bereits aus. Auch in der vorangegangenen Legislaturperiode übernahm er das Amt erst nachträglich, da Gunnar Storch ausgeschieden war. Damals saß er rund zwei Jahre im Stadtrat, diesmal wird es eine viel kürzere Zeit sein. "Bei den Wahlen im Mai kandidiere ich nicht wieder. Das hat vor allem familiäre Gründe", sagt der 39-Jährige. Die knappe Freizeit soll vor allem für die Kinder genutzt werden. Beruflich ist Oberlungwitzer als Mitarbeiter des Fahrsicherheitszentrums Sachsenring gut eingespannt und entschied sich deshalb gegen die erneute Kandidatur. "Ich bekomme es zeitlich nicht unter einen Hut. Wenn ich etwas mache, dann will ich es richtig machen und mich einbringen", betonte Fritzsche, der aber nicht ausschließen will, dass er irgendwann in Zukunft einen erneuten Anlauf wagt.

Hellmut Seifert, Chef der Oberlungwitzer CDU, kennt das Problem und hat diese Gründe zuletzt bei vielen Gesprächen gehört, die er mit möglichen Kandidaten für die Stadtratswahl geführt hat. "Es ist wirklich schwierig, Leute zu finden", sagt er. Gerade die Generation bis 40 sei viel beschäftigt, was Seifert ja auch nachvollziehen kann.

Kompliziert sei es auch gewesen, Frauen von einer Kandidatur zu überzeugen. Mit Ute Mädler fand sich nur eine Frau, die kandidieren will. Sie ist mit Stadtrat Frank Mädler verheiratet, der ebenfalls wieder antritt. Hellmut Seifert, Ulrich Hoppe und Roland Neubert als "Urgesteine" der Oberlungwitzer CDU hatten vor einiger Zeit angedeutet, nicht unbedingt wieder antreten zu wollen, doch nun stehen sie wieder auf der Liste, allerdings bewusst auf den mittleren Listenplätzen. Nicht mehr dabei ist unter anderem auch Ronny Vogel, der 2015 Gegenkandidat von Stadtchef Thomas Hetzel (parteilos) bei der Bürgermeisterwahl war, aber aus beruflichen Gründen nicht wieder antritt.

Die ersten vier Plätze auf der CDU-Liste belegen mit Robert Winkler, der Vorsitzender des Feuerwehrvereins ist, Matthias Beyer, Mario Zaglauer und Attila Jázster neue Kandidaten. Außerdem stellen sich auch noch die Neulinge Marko Speck und Olsen Hähnel zur Wahl.

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