Statt Waren mehr Platz für Fußgänger

Die Stadträte wollen auf den Fußwegen im Stadtzentrum mehr Ordnung. Händler müssen künftig bei der Präsentation ihres Sortiments mehr Rücksicht walten lassen.

Hohenstein-Ernstthal.

Händler, die in Hohenstein-Ernstthal ihre Waren im öffentlichen Verkehrsraum präsentieren möchten, müssen in Zukunft mehr Rücksicht auf Fußgänger und auch auf das Stadtbild nehmen. Das sehen mehrere Änderungen der Satzung über die Erlaubnisse und Gebühren für Sondernutzungen vor. Diesen hat der Stadtrat zu seiner jüngsten Sitzung einstimmig zugestimmt. "Die Satzung haben wir auch auf Wunsch des Gewerbevereins geändert", erklärte Hohenstein-Ernstthals Oberbürgermeister Lars Kluge (CDU) bei der Sitzung.

"Die Änderungen in der Sondernutzungssatzung waren sehr notwendig. Das ist ein guter Schritt in Richtung einer belebten und schönen Innenstadt", sagt Marion Tischendorf, die Vorsitzende des Gewerbevereins Hohenstein-Ernstthal und Umgebung, auf Anfrage der "Freien Presse". Einwohner und Gäste der Stadt beschwerten sich in der Vergangenheit immer wieder, dass Kinderwagen oder Rollstühle auf Fahrbahnen ausweichen müssen, weil die Mindestbreite der Fußwege von Händlern, die ihre Waren präsentieren, nicht eingehalten wird. "Fußwege voller Plastekörbe, klappriger Kleiderständer oder mit Bindfaden befestigter Sonnenschirme schrecken nachweisbar ab", erklärt die Gewerbevereinschefin. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf eine bereits 2012 in Regie der IHK Zwickau erstellte Stadtmarketinganalyse für Hohenstein-Ernstthal. Diese Analyse monierte als einen wesentlichen Makel die niveaulose Warenpräsentation auf den Fußwegen. "Unser Bemühen, neue Geschäfte in der Stadt anzusiedeln, scheiterte bisher auch daran, dass manche Investoren bei der Auswahl ihres Standortes sehr wählerisch sind", gibt Marion Tischendorf zu denken.

Besonders wichtig, weil zukunftsweisend, ist ihrer Meinung nach auch das Einzelhandelskonzept, das die Stadt vor dem Hintergrund der Ansiedlung des neuen Fachmarktzentrums bei der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) Dresden 2015 in Auftrag gegeben hat. In diesem geht es ebenfalls um entsprechende Aufwertungsmaßnahmen in der Hohenstein-Ernstthaler Innenstadt.

Nach der geänderten Satzung muss nunmehr beim Aufstellen eines Warenträgers der Gehweg auf einer Breite von einem Meter frei bleiben. Der Warenträger selbst darf nicht größer als zwei Meter breit, zwei Meter hoch und 60 Zentimeter tief sein. Zudem kann eine derartige Warenpräsentation untersagt werden, wenn dadurch die Gestaltung der Umgebung spürbar beeinträchtigt wird. Die Stadt führe schon entsprechende Kontrollen durch, betonte Kluge zur Stadtratssitzung. Die neuen Regelungen werden dazu beitragen, das Problem weiter zu entspannen.

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