Töpferstadt kritisiert Pläne für Tourismus

Waldenburg befürchtet nur noch eine Nebenrolle in größerem Verband

Für Sie berichtet: Holger Frenzel

Den geplanten Beitritt der Tourismusregion Zwickau in einen größeren Verband sehen einige Stadträte von Waldenburg mit Sorge. Ihre Befürchtung: In einem Tourismusverband mit der Bezeichnung "Chemnitz, Zwickau, Region" könnten Veranstaltungen und Projekte aus der Töpferstadt künftig nur noch eine Nebenrolle spielen. "Ich weiß nicht, ob wir als Waldenburg dann noch eine Stimme finden", sagt Stadtrat Jens Winter (Freie Wähler). Stadtrat André Sett (Freie Wähler) befürchtet, dass der größere Tourismusverband vor allem die Interessen von Chemnitz und Zwickau vertreten wird. Stadtrat Ingo Heinig (Freie Wähler) sprach sogar von einer "Dresdner Politik", die es abzulehnen gelte.

Ein Grund für die am 1. Juli geplante Bildung des neuen Tourismusverbandes: Sachsen verfolgt eine Tourismusstrategie, in der nur noch sogenannte Destinationen mit minimal einer Million Übernachtungen im Jahr gefördert werden. Das schafft die Tourismusregion Zwickau, die 2019 auf rund 550.000 Übernachtungen kam, nicht. Deshalb soll nun ein Verein gegründet werden, der die bisherigen Bereiche dreier Vereine umfasst: der Tourismusregion Zwickau, der Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft sowie des Fremdenverkehrsvereins Rochlitzer Muldental. Trotz der Bedenken geht Waldenburg den Weg mit. Bei der Abstimmung votierten elf Stadträte für und zwei Stadträte gegen den Beitritt. "Wenn sich im neuen Tourismusverband alles um Chemnitz und Zwickau drehen sollte, bleibt immer noch die Möglichkeit zum Austritt", sagt Bürgermeister Bernd Pohlers (Freie Wähler).

Die geplanten Änderungen im Tourismussektor haben auch finanzielle Auswirkungen für die Töpferstadt. Sie musste bisher 15 Cent pro Einwohner als Beitrag an die Tourismusregion überweisen. Der Beitrag steigt auf jährlich 45 Cent pro Einwohner (2022 und 2023), 60 Cent pro Einwohner (2024 und 2025) und 75 Cent pro Einwohner (ab 2026). Das bedeutet: Der Beitrag, den Waldenburg aufbringen muss, erhöht sich von bisher 600 Euro im Jahr auf bis zu 3000 Euro.

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