Trinks einstimmig gewählt

Der Stadtrat von Hohenstein-Ernstthal wählte den CDU-Fraktionschef zum ersten Stellvertreter des OB. Nicht jede Wahl fiel so deutlich aus.

Hohenstein-Ernstthal.

Die Anzüge der Mitglieder der im Stadtrat von Hohenstein-Ernstthal neu vertretenen AfD-Fraktion fiel zuerst ins Auge. Alle fünf trugen einheitlich ein weißes Hemd mit blauem Schlips. Auf der einen Seite des Kragens der jeweilige Name des Stadtrates in blauem Schriftzug und auf der anderen das AfD-Logo. Ganz akkurat.

Am Dienstagabend tagte zum ersten Mal der neue, am 26. Mai dieses Jahres gewählte Stadtrat von Hohenstein-Ernstthal. Mit Spannung wurde die Wahl der beiden Stellvertreter des Oberbürgermeisters erwartet. Laut Reglement fand die Wahl geheim statt. Bei der Wahl zum ersten Stellvertreter gab es keine Überraschung. Dirk Trinks, der Vorsitzende der CDU-Fraktion, gilt als Sympathieträger. Alle 22 anwesenden Stadträte einschließlich OB Lars Kluge (CDU) stimmten für ihn. Trinks, der von 1990 bis 1994 hauptamtlicher Bürgermeister von Hohenstein-Ernstthal war, bleibt damit im Ehrenamt. Die sieht vor, dass er den OB im Krankheitsfall bei Stadtratssitzungen und bei offiziellen Anlässen vertritt.


Bei der Wahl zum zweiten Stellvertreter ging es etwas spannender zu. Mit Amtsinhaberin Petra Hiersemann (Freie Wähler), die noch im Urlaub weilt und deshalb zu der Sitzung nicht anwesend war, Alexander Weiß, der Fraktionschef der Linkspartei, und Hartmut Pfau, Fraktionschef der AfD, standen gleich drei Bewerber auf dem Stimmzettel. Wieder gab es eine geheime Abstimmung. Zwölf Stimmen waren notwendig, um gewählt zu werden, also mehr als die Hälfte. Bei elf hätte sich eine Stichwahl mit dem Zweitplatzierten angeschlossen. Die Auszählung der Stimmzettel ergab: Petra Hiersemann erhielt zwölf Stimmen, Alexander Weiß und Hartmut Pfau bekamen jeweils fünf. Was bedeutet, dass der Linken-Stadtrat auch eine Stimme aus einer anderen Fraktion erhalten hat. Petra Hiersemann bleibt für weitere fünf Jahre zweite OB-Stellvertreterin.

Wortgefechte gab es bei weiteren Personalfragen. Ursprünglich war Barbara Müller für die Linken in den Stadtrat gewählt worden. Doch am 11. Juni hatte sie informiert, dass sie aus der Stadt wegzieht. Nachrückerin wäre Rositta Rammler gewesen. Auch sie nahm das Mandat nicht an.

AfD-Fraktionschef Hartmut Pfau kritisierte dieses Vorgehen als eine "Scheinkandidatur", worauf Alexander Weiß in den Saal zurückrief: "Vorsicht!" Jetzt sitzt Sebastian Bernhardt für Barbara Müller beziehungsweise Rositta Rammler für die Linken im Stadtrat.

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