Anderthalb Jahre Referendariat umsonst

Ein Lehrer aus Callenberg ist bitter enttäuscht. Er ist einem Fehler im Ausbildungssystem zum Opfer gefallen. Kein Einzelfall.

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8Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 6
    0
    harzruessler1911
    27.02.2020

    Alles klar Hannes, versuchs mir zu merken, ich hatte ja schon mal irgendwo angemerkt, dass meine Orthographie zu wünschen lässt :) :)

  • 1
    4
    Hanneswbg
    27.02.2020

    An harzruessler1911, es muss richtig lauten:....." wahrscheinlich hat er besser abgeschlossen als ....."
    Wenn wir schon über Bildung reden, dann muss das gesagt "werden dürfen", so viel Zeit muss sein!
    inhaltlich stimme ich 100%-ig überein!

  • 9
    0
    harzruessler1911
    27.02.2020

    Nach der excellenten Darstellung von @UlfGrünert, hätte ich mir meinen Kommentar sparen können:).

  • 11
    0
    harzruessler1911
    27.02.2020

    Kann mich meinen beiden Vorpostern größtenteils anschließen.

    Kleine Korrektur in Richtung @Ha24

    zitiere aus Artikel:"" Sein aktuelles Gehalt liegt aber etwa 800 Euro unter dem, was ihm zustehen würde, hätte er denn die Abschlussurkunde erhalten. "" "

    Er darf schon als Lehrkraft arbeiten, aber bei gleicher Ausbildung für das 2. Staatsexamen, was der Fabian gut gemeistert hat deutlich unter der Bezahlung seiner Kollegen (800 € weniger). Ihm fehlte nur eines der Zulassungakriterien (Master oder??? Diplomabschluss).

    Ich frage mich nur: Ich denke er ist Diplomingenieur??? Dann hat er doch einen Abschluss oder stehe ich gerade auf dem Schlauch.

    zitiere:"" Wir machen Fehler nie freiwillig, gern oder vorsätzlich! ""

    Vor einigen Jahren hätte ich das auch noch geglaubt. Allerdings was wir in den letzten 7 Jahren mit verschiedenen Ämtern und Behörden über das gesamte Bundesgebiet mitgemacht haben. Von den unsinnigen Rückmeldungen, nachweisbarem Anlügen usw. glaube ich dieser Aussage auch diesem Amt erst wenn ihr Taten folgen. Sonst unterstelle ich mal ganz einfach:" Ist das der neue Weg, um an billige, hochqualifizierte Lehrkräfte zu kommen?"
    Also bezahlt ihn, so wie er es verdient, wahrscheinlich hat er besser abgeschlossen wie so mancher andere. Und wenn man es nicht von sich aus machen will, kann dann sollte man ihn für die entgangenen Lohnleistungen, Arbeits-Zeitaufwand entschädigen.

  • 24
    1
    UlfGrünert
    27.02.2020

    Der Fall von Fabian Fandler ist kein Einzelfall, wie es von Seiten des LaSuB versucht wird darzustellen. Um die gesamten Hintergründe richtig zu betrachten und zu verstehen, muss man einen Blick zurück werfen.
    In den Jahren 2013/2014/2015 wurden die Probleme im sächsischen Schulwesen immer stärker offenkund und es wurde ein dramatischer Lehrermangel festgestellt. Vor allem in den technischen-naturwissenschaftlichen Fächern und in den Fachunterrichtsfächern der Berufsausbildung fehlten Lehrkräfte und die Unterrichtsabsicherung konnte nicht mehr vollständig gewährleistet werden. Ein Handlungsprogramm des Kultusministeriums sollte es richten. Dies beinhaltete u.a. eine Änderung der Lehrer-Ausbildungsverordnung, die es sogenannten //Seiteneinsteigern// ermöglichen sollte, auf der Basis ihrer akademischen Fachausbildung (Dipl.Ing., Master etc.) durch Weiterqualifizierung im Rahmen des Vorbereitungsdienstes (Referendariat) eine Lehrbefähigung in einem oder mehreren Fächern zu erwerben. Dies beinhaltete eine bildungswissenschaftliche, fachdidaktische und schulrechtliche Ausbildung mit theoretischen und praktischen Prüfungen und den Abschluss als Staatsexamen und sollte diese Absolventen den grundständig ausgebildeten Lehrern gleichstellen.
    Die Bewerbungen dafür wurden von Seiten des LaSuB detailiert geprüft und es wurden daraufhin Zulassungen zu dieser Ausbildung erteilt, teilweise sogar mit rechtswirksamen Bescheiden von seitens des LaSuB. So geschah es auch im Fall des Herrn Fandler und in Hunderten anderer Fälle.
    Mit der Erweiterung des Maßnahmenpaketes unter Federführung des neuen Kultusministers Hrn. Piwarz wurde Anfang 2018 die Verbeamtung von Lehrkräften in den höheren Beamtendienst im Land Sachsen möglich. Dabei wurde dann allerdings festgestellt, dass aus beamtenrechtlichen Gründen die Verbeamtung von Kandidaten mit Fachhochschulausbildung im Vergleich zu Kandidaten mit Universitäts-Ausbildung nicht möglich war. Daraufhin zog man seitens des Ministeriums die //Notbremse// und händigte solchen Kandidaten kein Staatsexamen, trotz absolvierter Ausbildung und Prüfungen, mehr aus, mit der eilig herbeigezogenen Begründung, //sie hätten gar nicht zum Vorbereitungsdienst zugelassen werden dürfen// und man ließ keine neuen derartigen Kandidaten mehr zu. So war es auch im Fall des Hrn. Fandler und in vielen anderen Fällen auch. Folge ist, sie dürfen zwar weiter unterrichten, die gleichen Aufgabenstellungen und Dienstpflichten erfüllen, werden aber deutlich schlechter vergütet (Entgeltgruppe 11 bzw. 12 im Vergleich zu EG13(angestellter Lehrer) bzw. A13(verbeamteter Lehrer)).
    Absurd erscheint in dem Zusammenhang, dass es in der Vergangenheit vergleichbare (Fall Fandler) Fälle gab, in denen Fachhochschulabsolventen einen Vorbereitungsdienst mit Staatsexamen absolvierten und danach in den höheren Beamtendienst ernannt wurden. Mir ist ein solcher Fall persönlich bekannt am BSZ August Horch Zwickau. Ich selbst bin auch ein ähnlicher Fall. In einem persönlichen Gespräch im Kultusministerium mit einem hohen Beamten (Name ist mir bekannt) wurde mir mitgeteilt, dass es sich dabei um einen //bedauerlichen Einzelfall// handle. Wobei die Frage legitim ist, was an diesem Fall genau //bedauerlich// ist? Etwa die Tatsache, dass ein fachlich gut ausgebildeter Ingenieur die Zusatzqualifikation zum Lehrer absolviert und dem sächsischen Schulwesen in seiner Misere aus der Patsche hilft und man ihn //bedauerlicherweise// auch noch wie einen //richtigen// Lehrer bezahlen muss? Oder was ist damit gemeint?
    Auch in meinem Fall absolvierte ich den Vorbereitungsdienst mit der Note 2,0 erfolgreich und erhielt ein Staatsexamen. Allerdings wurde mir die Eingruppierung in die normale Entgeltgruppe auch verwehrt und ich wurde als Fachhochschulabsolvent niedriger eingruppiert. Aus Sichtweise des Ministeriums dann wohl //glücklicherweise//? Außerdem bestätigte mir der hohe Beamte auch, dass es sich um eine niedrige 3-stellige Zahl von solchen Fällen handelt, und nicht, wie vom LaSuB Chemnitz ausgesagt, nur 3 Einzelfälle (ich kenne in meinem engen Umfeld allein schon 4 Fälle)! Die Unterscheidung erfolgt einzig und allein an der Tatsache, dass man an einer Fachhochschule statt an einer Universität studiert hat. Warum soll beispielsweise ein Dipl.Ing.(FH) Maschinenbau, der in der beruflichen Fachausbildung Zerspaner, Metallbauer oder Werkzeugmacher in der Berufsschule unterrichtet, einem Dipl.Ing.(Uni) Maschinenbau im benötigten Fachwissen in irgendeiner Art nachstehen? Es ist vielleicht sogar andersherum möglich dass der FH-Ingenieur durch sein eher praktisch bezogenes Studium, besser geeignet sein könnte.
    Zusammengefasst muss man folgendes festhalten: Es sind viel zu viele dieser Fälle, um sie als //bedauerliche Einzelfälle// abzutun. Es sind aber alles Leute, die weiterhin im sächsischen Schulwesen tätig sind und ihrer Aufgaben gut erfüllen und dem Land Sachsen dabei sehr bei dem Problem des Lehrermangels weiterhelfen. Dies sollte doch auch anerkannt werden. Und es sind auf der anderen Seite ja auch nicht so viele, als dass man befürchten müsste, dass das gesamte sächsische Lehrerpersonal (ca. 33.000) nun zukünftig nur noch aus //nicht ordentlich ausgebildeten// Seiteneinsteigern bestehen wird.
    Wenn man Seiteneinsteiger aufnimmt, sie eine pädagogische Weiterqualifizierung machen lässt und sie unterrichten lässt (weil man sie dringend benötigt!!!), dann sollte man den Anstand besitzen, sie auch gleichberechtigt zu behandeln, ihnen den Abschluss anzuerkennen und gleichwertig zu vergüten. Dies fordere ich in Richtung des sächsischen Kultusministeriums und des Ministers Herrn Piwarz und wünsche sehr, dass diesbezüglich eine Korrektur erfolgt.

    (bzgl. Freie Presse Redaktion: gern können Sie diesen Kommentar auch als Leserbrief veröffentlichen. Die erwähnten Namen und Fälle sowie die genannten Fakten sind mir persönlich bekannt und belegbar)

  • 8
    13
    872889
    27.02.2020

    Unstreitig dumm gelaufen. Aber das eigentliche Problem liegt wo ganz anders - dem hausgemachten Lehrermangel. Und auch da kann es trotz allem nicht sein, allen möglichen Quereinsteigern ohne pädagogischer Qualifikation den Zugang zum Lehrerberuf zu ermöglichen.

  • 17
    2
    Ha24Lu01
    27.02.2020

    Es ist schlimm, was so manche Behörden mit den Menschen machen. Ich kann da auch ein Lied von singen. Soll doch Fabian als Lehrer tätig sein dürfen. Es komm immer darauf an, wie man sich in der Praxis bewährt. Er dar auf keinen Fall abgestraft werden, nur weil Andere einen "Fehler" begangen haben. So ungerecht geht es zu. Und wieder wird die Würde des Menschen mit Füßen getreten.

  • 31
    4
    Hanneswbg
    27.02.2020

    Wie sieht es eigentlich mit den beruflichen Qualifikationen der "Jungs und Mädels" vom Lasub aus, haben sie eigentlich eine abgeschlossene Ausbildung und wurde das gewissenhaft überprüft, die sie berechtigt über die Studienabschlüsse anderer Bewerber zu urteilen.
    Offensichtlich gibt es wohl genug Bewerber, so das man schon mal jemanden 1,5 Jahre für umsonst weiterbildet.
    Merke, § 1: eine Behörde hat immer recht , § 2: hat eine Behörde nicht recht/bzw. geirrt, tritt automatisch § 1 in Kraft!