Turm wird weiter bemalt

Nach der Südwest-Seite des Förderturmes des Martin-Hoop-Schachtes soll nun auch die Nordost-Seite gestaltet werden.

Zwickau.

Die Steinkohle-Förderung am Zwickauer Martin-Hoop-Schacht ist seit 35 Jahren Geschichte, doch der Ort bleibt ein Wahrzeichen der Region. Jetzt sucht der Landkreis Zwickau gemeinsam mit der Firma MSB Metall- und Stahlsystembau weltweit nach Künstlern, die noch in diesem Jahr der Nordost-Fassade des 50 Jahre alten Bauwerks ein neues Gesicht verleihen sollen. Das teilen die Initiatoren mit, die damit eine Erfolgsgeschichte fortschreiben: Seit vergangenem Jahr wird aus dem stillgelegten Stahlbeton-Riesen ein Kunstwerk: Die Südwest-Fassade wurde bereits mit einem großen Graffito gestaltet.

Jahrzehntelang wurde im Steinkohlewerk Martin Hoop Kohle abgebaut, bis im Jahr 1983 mit dem Schacht IVa der letzte Förderturm stillgelegt wurde. 2017 entstand im Rahmen des EU-Projektes "InduCult2.0" die Idee, die Südwest-Fassade des Turms zu gestalten. 2018 wurde der Entwurf des Leipziger Künstlers Christoph "Flamat" Steyer an der Wand umgesetzt.


Bestärkt durch die positive Resonanz läuft aktuell die zweite Ausschreibung für die Gestaltung von 624 Quadratmetern auf der Nordost-Fassade, sagte Projektmanager Thomas Dietze. Interessierte Künstler sind eingeladen, Entwürfe einzureichen. Die Ausschreibung ist bis 17. Juni offen. Die Bekanntgabe der Gewinner ist für Anfang Juli vorgesehen. Die Gestaltung soll schließlich im September dieses Jahres umgesetzt werden. Weitere Informationen und Ausschreibungsunterlagen sind beim Aktionsbetreuer Thomas Dietze erhältlich (E-Mail: thomas.dietze@ibug-art.de).

Die Geschichte des Turms begann 1867 mit der Gründung des Steinkohlenwerks Morgenstern Sarfert & Wiede in Reinsdorf. Über Jahrzehnte des Wachstums und nach zahlreichen Eigentumswechseln entstand daraus ein Unternehmen mit bis zu 5000 Mitarbeitern, das den Zwickauern unter dem Namen Martin Hoop bekannt ist. Als letzte große Baumaßnahme wurde hier zwischen 1959 und 1964 der Schacht IVa, in dem man bis in Tausend Metern Tiefe nach Kohle unter anderem für die Wärme- und Energieversorgung der Region grub, abgeteuft. Mit seinen beeindruckenden 60 Metern ist der dazugehörige Förderturm das höchste Industriebauwerk im Raum Zwickau und auch im Umland weithin sichtbar. 1978 endete die Ära der Steinkohle, 1983 hatte auch der Stahlbeton-Koloss ausgedient und wurde stillgelegt. Heute ist das Areal rund um den Turm Industrie- und Gewerbegebiet. Die Firma MSB Metall- und Stahlsystembau hat auf dem Gelände um den Turm ihren Geschäftssitz und stellt dort unter anderem Balkone und Tore her.

Die Kosten für die Gestaltung werden gemeinschaftlich durch den Landkreis Zwickau (Künstler), den Kulturraum Zwickau/Vogtland (Gerüst) und die MSB Metall- und Stahlsystembau (Sanierung) finanziert.

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