Über Umwege zum neuen Radweg

Die ersten 470 Meter des neuen Radweges von Callenberg zum Stausee Oberwald sind fertig. Doch der Start war mehr als holprig.

Callenberg.

Das erste Stück des neuen Radweges in Callenberg, der als Anbindung vom Mulderadweg in Waldenburg bis zum Stausee Oberwald über die alte Nickelerzbahntrasse führen soll, ist fertig.

Schick sieht er aus. 2,50 Meter breit, 70 Zentimeter Aufbau mit zwei Lagen Vlies und Frostschutz, darauf eine acht Zentimeter dicke Asphalttragschicht und vier Zentimeter Deckschicht. 470 Meter lang führt er vom neuen Kreisverkehr an der B 180 die Altenburger Straße entlang bis zum Abzweig Nordstraße. Dort ist erst einmal Schluss. 35 neue Bäume werden den Weg säumen.

Die Route ist genau der Verlauf, wie ihn die Planer als Vorzugsvariante ursprünglich vorgesehen hatten. Doch dann geriet die Planung ins Stocken. "Die Verhandlungen mit dem Grundeigentümer verliefen nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir sind einfach nicht überein gekommen", erklärt Bürgermeister Daniel Röthig (CDU). Da hatte allerdings die Baufirma im Zuge des Baus des Kreisverkehrs schon ein kleines Stück des Radweges mit gebaut.

Das Planungsbüro musste jetzt aber eine neue Route für den Radweg finden. Für die neue Trasse kaufte die Gemeinde die benötigten Grundstücke. "Die Baufirma selbst hat vorgeschlagen, das begonnene Teilstück des Radweges wieder abzureißen", sagt Röthig. Dann die Ernüchterung. Plötzlich überraschte eine Entscheidung alle Verfahrensbeteiligten. "Der Grundeigentümer hatte seine Meinung geändert und nun doch in die ursprüngliche Trassenführung eingewilligt", so Röthig. Kein gutes Geschäft für die Kommune, die hatte Geld und Planungsleistungen für umsonst investiert, entschloss sich aber doch, auf die sinnvollere und landschaftlich reizvollere Trassenführung zurückzukehren. Der Radweg wurde quasi an derselben Stelle, wo er wieder abgerissen worden ist, ein zweites Mal gebaut.

Das erregte zur jüngsten Gemeinderatssitzung vor allem den Unmut von Peter Reichel (Die Linke). Er möchte nun wissen, wie viel das Hin und Her mit dem Radweg die Kommune tatsächlich gekostet hat. Den Radfahrern, Wanderern, Skateboardfahrern und Inlinern wird das ziemlich egal sein.

2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    Lesemuffel
    09.12.2019

    Immer noch besser so als es im Vogtland passierte. Da wird der fertige Radweg gesperrt. Mittlerweile eine Normalität im Lande, um dem Klimaschutz zu dienen. Bin gespannt, wie das dann mit der Forderung "Kohleausstieg sofort" wird, erst Grube zu, dann wieder auf und wieder zu?

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    1758910
    09.12.2019

    "Die Baufirma selbst hat vorgeschlagen, das begonnene Teilstück des Radweges wieder abzureißen", sagt Röthig. Der Bauherr sagt doch eigentlich was und wie er es gebaut haben will. Ist das in Callenberg anders?

    Man baut einen Weg, reiß ihn dann wieder weg und sagt dann noch das die Baufirma es so wollte. Aha. Logisch.



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