Vandalismus: Toilette am Bahnhof ist ein teures Geschäft

Hohenstein-Ernstthal hat immer mehr Sachbeschädigungen zu beklagen. Die Stadt muss jährlich Tausende von Euro aufbringen, um sie zu beseitigen.

Hohenstein-Ernstthal.

Wer auf dem Bahnhof in Hohenstein-Ernstthal gezwungen ist, seine Notdurft zu verrichten, befindet sich dieser Tage in einer denkbar ungünstigen Situation. Die einzige öffentliche Toilette ist seit einem Monat dicht. Wie so oft, wenn es wieder einmal dringend ist.

Grund für die Schließung ist Vandalismus. "Die Täter haben den Wasserhahn und das Waschbecken total demoliert. Beide Teile waren aus Edelstahl. Die Vandalen müssen mit Werkzeug angerückt sein, um die Anlage zu zerschlagen", berichtet der Bauamtsleiter in der Stadtverwaltung Hohenstein-Ernstthal, Ulrich Weber. "Es war zweifellos mit Vorsatz, was sie angerichtet haben", fügt Weber hinzu.

Die Bahnhofstoilette ist für die Stadt ein teures Geschäft. In den zurückliegenden Jahren musste das Rathaus 6000 Euro aus der Haushaltskasse nehmen, um die angerichteten Schäden zu beheben. Jahrelang gab es hier einen Geldautomaten. Mehrmals wurde das Gerät demoliert. Kaum repariert, gab es die nächste Attacke. Jedes Mal musste die Stadt die Toilette schließen. Bis sie die Faxen dicke hatte und Anfang 2018 den Geldautomaten abmontierte.

Bauamtsleiter Weber sagt: "Die Einnahmen, die wir mit der Anlage erzielten, waren nie so hoch wie die Reparaturkosten." Auch jetzt muss wieder eine Firma ran, die die Schäden behebt. Der Auftrag ist raus. Knapp 1000 Euro muss die Stadt diesmal bezahlen. Ende dieses Monats wird das WC wieder öffnen. Bis dahin müssen alle ganz tapfer sein. Oder sich ein anderes Örtchen suchen. Aber das wird schwer. Im Tiefgaragenbereich des nahen Sparkassenkomplexes gab es einmal ein offizielles WC. Das hat die Stadt für immer dichtgemacht. Grund war - Vandalismus.

"Das ist schade", sagt Weber. "Der Bürger, der sich an die Normen hält, muss darunter leiden." Eine Videoüberwachung ist so gut wie ausgeschlossen. Die gesetzlichen Hürden sind zu hoch. Auch Oberbürgermeister Lars Kluge (CDU) beschäftigt das Thema. Er hatte auf der letzten Stadtratssitzung über die Schließung des Bahnhofstoilette informiert und im gleichen Atemzug gesagt: "Der Umgang mit dem Eigentum anderer ist manchmal eine traurige Sache." Auch auf Spielplätzen werden immer wieder Geräte zerstört. Das Geld, das für die Reparatur aufgewendet werden muss, fehlt dann an anderer Stelle.

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