Verdächtiger war Polizei bisher nicht bekannt

Reifenstecher schlug vor einer Woche zum letzten Mal zu

Lichtenstein.

Der 55-jährige Mann, der dringend im Verdacht steht, für die Reifenstecher-Serie in Lichtenstein verantwortlich zu sein, ist bisher polizeilich nicht in Erscheinung getreten. Das teilte am Freitag ein Sprecher der zuständigen Polizeidirektion Zwickau auf Anfrage der "Freien Presse" mit.

"Der Tatverdächtige ist nicht vorbestraft. Das war auch eine der Schwierigkeiten bei den Ermittlungen in diesem Fall", sagte Polizeisprecher Oliver Wurdak. Wie aus Ermittlerkreisen weiterhin bekannt wurde, hatte der sogenannte Reifenstecher von Lichtenstein zum letzten Mal in der Nacht zum Samstag in der vergangenen Woche zugeschlagen, indem er an zwei Fahrzeugen die Reifen aufschlitzte. Er war aber bereits vorher als Verdächtiger ins Visier der Kripo geraten. Das erklärte gestern eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Wie genau die Polizei bei ihren Ermittlungen auf den 55-jährigen Mann aus Lichtenstein gestoßen ist, dazu machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben. Unmittelbar nach den letzten beiden Taten vor einer Woche habe eine Wohnungsdurchsuchung den dringenden Tatverdacht erhärtet.

Die Polizei macht den mutmaßlichen Reifenstecher für die Taten von Oktober 2013 bis jetzt verantwortlich. Die vorher begangenen Sachbeschädigungen an den Fahrzeugen - die Serie reicht bis weit vor 2013 zurück - sind verjährt. Indes herrscht in Lichtenstein Aufatmen. "Ich bin erleichtert und hoffe, dass das nun endlich aufhört", sagt eine Anwohnerin der Friedrich-Ludwig-Jahn- Straße. Insgesamt 13-mal habe der Reifenstecher bei ihr zugeschlagen.

Auch die Mitarbeiter im DRK-Krankenhaus Lichtenstein sind erleichtert. Der Reifenstecher war auch auf dem dortigen Parkplatz aktiv. "Einige Mitarbeiter hatten zum Schichtende kurz vor Mitternacht ihre Autos mit zerstochenen Reifen vorgefunden", sagte der stellvertretende Verwaltungsleiter Falk Wagner. Bürgermeister Thomas Nordheim (Freie Wähler) gratulierte der Polizei zum Ermittlungserfolg. Aber anstatt den Tatverdächtigen auf freiem Fuß zu lassen, wäre es vielleicht besser gewesen, U-Haft anzuordnen. "Um Spekulationen und Überreaktionen von der einen oder anderen Seite zu vermeiden", so Nordheim. Laut Staatsanwaltschaft liegt aber kein Haftgrund vor.

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