"Viel mehr Themen in den öffentlichen Sitzungen behandeln"

Ute Hoch (Linkspartei) über ihr relativ gutes Wahlergebnis in Lichtenstein und wie sie den neugewählten Stadtrat sieht

Lichtenstein.

Keiner der Kandidaten hat in Lichtenstein bei der Stadtratswahl so viele Stimmen erhalten wie Ute Hoch von der Linkspartei. Sie sitzt seit 20 Jahren im Ortsparlament, ist Fraktionsvorsitzende ihrer Partei. Erik Kiwitter fragte sie, was ihr dieses Resultat bedeutet und was sie sich für die Zukunft wünscht.

Freie Presse: Man kann nicht sagen, dass die Linken bei Wahlen im Land oder im Bund so richtig absahnen, oder?


Ute Hoch: Ja, das ist so. Deshalb freue ich mich, dass unsere Fraktion im Stadtrat von Lichtenstein genau so stark bleibt wie vorher. Wir haben lediglich 0,2 Prozent eingebüßt.

Sie haben von allen Kandidatinnen und Kandidaten, die sich um ein Mandat beworben haben, die meisten Stimmen bekommen. Hat sie das überrascht?

Die Wählerinnen und Wähler haben mir insgesamt 1224 Stimmen gegeben. Ich bin seit 20 Jahren Stadträtin und konnte mit meinem Ergebnis immer zufrieden sein. Aber dass ich von allen Bewerbern die meisten Stimmen bekommen habe, macht mich schon stolz und sagt mir, dass ich viele Dinge richtig gemacht habe. Froh bin ich aber auch, dass auch Roland Eckl und Andreas Müller im Stadtrat bleiben. Somit sind alle drei Kandidaten der Linkspartei drin, das sind 100 Prozent.

Der Stadtrat wird nach seiner konstituierenden Sitzung etwas bunter sein. Neben Freien Wählern, CDU, SPD und Linken wird auch die FDP wieder drin sein. Begrüßen Sie das?

Ja, natürlich. Jede demokratische Partei macht unsere Volksvertretungen bunter. Je mehr Stadträte sich engagieren, umso besser.

Was wünschen Sie sich für die Arbeit im neuen Stadtrat?

Ich für meinen Teil werde weiterhin meine Finger in die Wunden legen, auch wenn das manchen vielleicht nicht passt. Was ich nicht nachvollziehen kann, ist, dass die Ehefrau des Bürgermeisters für den Stadtrat kandidiert hat. Sie ist gewählt worden und gehört der Fraktion der Freien Wähler an, also der Bürgermeister-Fraktion.

Aber das ist doch ihr gutes Recht. Wir leben immerhin in einer Demokratie.

Das ist ja richtig und gut. Aber ich bin in diesem Fall eher skeptisch. Denn diese Konstellation, die ja auch erst mit dem neuen Kommunalgesetz im Jahre 2014 möglich geworden ist, hat eben einen unschönen Beigeschmack, da kann man diskutieren, wie man will. Es entsteht der Verdacht der Politik am Frühstückstisch. Das tut dem Vertrauen in unsere Kommunalpolitik nicht gut.

Da muss eben mehr Transparenz her.

Deutlich mehr. Das muss damit beginnen, dass viel mehr Themen in den öffentlichen Sitzungen behandelt werden und nicht hinter verschlossenen Türen, obwohl dazu gar kein Grund besteht. Auch die Verwaltung muss viel durchsichtiger werden, wenn man nicht so ein Fiasko erleben will wie in anderen Kommunen.

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