Von Lillis Grab verschwinden immer wieder Gegenstände

Auf dem Glauchauer Friedhof geht offenbar jemand um, der verschiedene Sachen mitgehen lässt. Er macht nicht mal vor den Kindergräbern halt.

Glauchau/Waldenburg.

Die junge Mutter beschäftigt eine Frage: Wer macht so etwas? Gegenstände von Gräbern stehlen. Tina Riedel aus Waldenburg hat ihr Kind verloren. Das war im April 2018. Zum Geburtstermin starb das Kind in ihrem Bauch, erzählt die Mutter. Lillis Grab befindet sich auf dem Glauchauer Friedhof, weil die junge Frau aus Niederlungwitz stammt und erst seit kurzer Zeit in Waldenburg wohnt. Es ist liebevoll gepflegt. Ein Foto der Kleinen, Blumen, zwei Windräder, Spielzeug und andere Gegenstände hat die junge Familie auf dem Grab drapiert. "Vieles haben Bekannte mitgebracht und hier abgelegt", sagt Tina Riedel.

Doch nicht alles bleibe auf dem Grab liegen. Irgendjemand stiehlt offenbar Gegenstände von den Gräbern. "Lillis Onkel hat zum Beispiel letztes Jahr im November vom Karl-Erlebnishof eine große Schneekugel mitgebracht und aufs Grab gestellt", sagt die junge Frau. Wenig später war die Schneekugel nicht mehr da. "Ich weiß es nicht. Vielleicht hat sie jemand als Weihnachtsgeschenk mitgenommen", sagt die 29-jährige Altenpflegerin.


Gleiches sei vor ein paar Wochen wieder passiert. Andere Mitbringsel, zum Beispiel eine Sandrose, die der Opa aus Mexiko mitbrachte, verschwanden ebenfalls von Lillis Grab. Auch Nachbargräber seien von Diebstählen betroffen. Tina Riedel will nun auf das Problem aufmerksam machen, vielleicht helfe es ja, und die Diebstähle gehen zurück.

Die junge Familie muss den Schicksalsschlag vom letzten Jahr verkraften, trauert um den schmerzlichen Verlust des Kindes, das im Glauchauer Krankenhaus tot geboren wurde. Auf dem Grabstein steht der 10. April 2018. Und nun sind Tina Riedel und ihre Familie mit Diebstählen konfrontiert. "Das ist sehr ärgerlich, und wir würden schon gern wissen, wer das ist und warum er das macht", sagt Tina Riedel, die inzwischen schon ein zweites Kind zur Welt gebracht hat. Den Jungen haben sie Fin-Lillius genannt. "Lillius" mit zwei "l" in Erinnerung an den Namen seine Schwester. Fin ist gesund und kam per Kaiserschnitt zur Welt.

Die junge Familie hat sich bereits an die Friedhofsverwaltung gewandt, die das Problem kennt. Der Friedhof wird von den Glauchauer Kirchgemeinden Luther und St. Georgen betrieben. Pfarrer Matthias Große sagt: "Das Problem, dass Dinge auf dem Glauchauer Friedhof entwendet werden, beschäftigt uns schon lange." Allerdings sei Glauchau da kein Einzelfall, das gehe anderen Friedhöfen ebenso.

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