Warum ein Spediteur jetzt Bus fährt

Unternehmer Peter Rößel führt ein Unternehmen für Textillogistik. Eher zufällig kam es, dass er nun eine Schulbuslinie in Lichtenstein betreibt.

Lichtenstein.

Wer in diesen Tagen in Lichtenstein etwas genauer auf das Nummernschild des Schulbusses Linie 73 schaut, könnte etwas irritiert sein. Warum fährt auf der Strecke "Raum Hartenstein" derzeit ein Bus mit Münchner Kennzeichen?

"Alles musste recht schnell gehen", sagt Peter Rößel und lacht. Der 48-jährige Logistikunternehmer transportiert normalerweise Waren für große Bekleidungsketten. Vor wenigen Wochen wusste er noch gar nicht, dass er bald auch für Schülertransporte verantwortlich sein wird: nämlich für 64 Kinder, die im Lichtensteiner Prof.-Dr.-Max-Schneider-Gymnasium zur Schule gehen. "Die Stadt hat bei mir angefragt, ob ich die Aufgabe übernehmen kann", erzählt Rößel. Der vorherige Anbieter war kurzfristig abgesprungen. Daher habe er sich zunächst einen Bus von Mercedes-Benz geliehen, daher das Kennzeichen mit der Nummer M-M-9973.


Dabei hätte Rößel, der sich bereits im Alter von 19 Jahren selbstständig gemacht hat, eigentlich genügend zu tun: Seine Textilspedition fährt mit 130 Fahrzeugen und beschäftigt 140 Mitarbeiter. Zudem betreibt der Bernsdorfer noch ein Unternehmen für Garten- und Landschaftsbau, in dem weitere sieben Personen arbeiten. Warum also jetzt auch noch Busse? "Es ist immer klug, unternehmerisch auf mehreren Beinen zu stehen", findet Rößel. Daher habe er sich über die Anfrage von Lichtenstein gefreut und sich gleich um einen Bus gekümmert. Einen Fahrer hatte er auch bereits im Team, nämlich den 38-jährigen Thomas Strobel aus Chemnitz. Der hat früher schon in seiner Heimatstadt Busse gesteuert, bevor er zu Rößel wechselte. Jetzt freut sich Strobel: "Die Arbeit mit den Kindern macht mir Spaß." Jeden Tag bekomme er Neues mit. "Mal geht es um Prüfungen in der Schule, dann wieder um Herzschmerz", sagt er und lacht.

Bald fährt übrigens wieder ein Bus mit lokalem Kennzeichen die Strecke: Z-PR-936 wird es wohl lauten. Der neue Bus soll im Oktober geliefert werden. Kommen dann noch weitere hinzu? "Das werden wir dann sehen", sagt Peter Rößel und fügt hinzu: "Vorstellen kann ich mir es schon."

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