Warum Motorrad-Pilot Max Kappler neue Wege sucht

Der junge Mann vom Sachsenring "geht fremd". Er strampelte über 100 Kilometer durch das Erzgebirge. Dann raste er über eine Sandpiste. Warum macht er das?

Oberlungwitz.

Max Kappler gibt Vollgas. Hinter sich lässt er eine riesige, lang gezogene Wolke zurück. Ein paar Augenblicke später rast die Maschine über einen Hügel und hebt ab, um nach ungefähr zehn Metern wieder auf der Erde zu landen. Wir sind in der Nähe von Alicante in Spanien.

Eigentlich fährt Rennfahrer Max Kappler, 18, aus Oberlungwitz seine Rennen nur auf Asphalt. Er startet derzeit bei der Moto3-Junioren-Weltmeisterschaft. Beim jüngsten Rennen in Portugal holte er mit Platz 14 seine ersten Punkte und liegt im Gesamtklassement im Mittelfeld. Im Juli durfte er mit einer Wild Card beim Grand Prix auf dem Sachsenring mitfahren. Nachdem er dort beim GP im Vorjahr gestürzt und ausgeschieden war, holte er diesmal unter 34 Startern Platz 19. Das war ein kleiner Erfolg. Was hat ihn jetzt auf die Sandpisten von Alicante verschlagen? "Zurzeit sind die zeitlichen Abstände zwischen den einzelnen WM-Läufen relativ groß. Die Zeit nutze ich, um im Training mal etwas anderes auszuprobieren", erzählte Kappler gestern, nachdem er am Vorabend aus Spanien wiedergekommen war.

Das Training auf der Sand-Motocross-Strecke bestritt Kappler mit einer 250er 4-Takt-Kawasaki. Die Übungsfahrten auf dem Terrain schult das Koordinationsvermögen. Hier muss der Fahrer auch schneller reagieren können als auf der Straße. Und die meterweiten Sprünge über die hohen Sandhügel? Ist das nicht zu gefährlich? Max Kappler: "Ich übertreibe es nicht, ich gehe nicht aufs Ganze. Es besteht natürlich schon ein Verletzungsrisiko. Das will ich minimieren." Und natürlich ist die Fahrweise beim Cross eine andere, da darf nicht allzu viel abfärben, will er seinen guten Lauf, den er derzeit mit seiner KTM auf der Straße hat, fortsetzen. Beim Cross wird in den Kurven auf jegliche Schräglage verzichtet, bei den Rennen auf Asphalt ist das genau anders.

Das Training in Spanien war nicht sein einziger Ausflug in eine andere Disziplin. Vorher war er im Erzgebirge unterwegs - quasi ohne eine einzige Pferdestärke. Mit seinem Mountainbike strampelte er von Grüna, dem Beginn der Radtour, bis zur Augustusburg und zurück, rund 100 Kilometer. "Vor Grünhainichen ging es einmal zwei Kilometer lang einen 14-prozentigen Anstieg hoch. Da weiß man danach schon, was man gemacht hat", berichtet Max Kappler. Die Radtouren bringen nicht nur Kraft in die Oberschenkel, die er für das Motorrad-Fahren benötigt, sondern sie steigern auch die Ausdauer. Und die ist wichtig für die Konzentration bei den schnellen Straßenrennen. Das dauert in seiner Klasse immerhin rund 35 Minuten.

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