Was macht denn dieser Bautrupp in der Stadt?

Die Arbeiter der Firma PE Pflasterbau Schneeberg ziehen derzeit am Bahnhof Hohenstein-Ernstthal von Punkt zu Punkt. Sie haben einen speziellen Auftrag. Der bringt am Ende mehr Sicherheit.

Hohenstein-Ernstthal.

Steine mit Noppen signalisieren einem Blinden: Halt, hier ist der Einstieg zum Bus, der Abzweig zum Übergang über die Straße oder die Wegführung zur Bahnhofsunterführung. Mit dünnen Schuhen oder dem Blindenstock kann der Betroffene die Rillen in den 30 x 30 Zentimeter großen Steinen ertasten, die die Laufrichtung vorgeben. Das Ganze nennt sich schlicht und ergreifend Blindenleitsystem.

Genau das bringt die Stadt Hohenstein-Ernstthal derzeit am Bahnhof und seiner Umgebung auf Vordermann. "An 20 Punkten wird umgebaut", sagt Angelika Höller von der Abteilung Tiefbau/Straßenwesen der Stadtverwaltung. Die Steine werden als standardisierte Bausätze eingebaut, die alten entfernt. Mit dem Projekt wird zum Beispiel auch die Querung an der Immanuel-Kant-Straße sicherer. Dort wird eine Verkehrsinsel erneuert. Am anderen Ende werden Blinde besser erfühlbar zum Übergang an der Fußgänger-Ampel Weinkellerstraße geleitet. Rund 50.000 Euro investiert die Stadt in die Maßnahme.

Erst im Jahr 2008 war mit dem Bau des neuen Bahnhofsgebäudes auch ein Blindenleitsystem entstanden. Doch dann setzte die Bahn eigene Pläne um und hebelte damit das System teilweise aus. Das erste Gleis, das ursprünglich ebenerdig zu erreichen war, wurde beseitigt. Nur noch die beiden hinteren Gleise - zu erreichen über die Unterführung - werden seither von Zügen frequentiert. Dafür ließ das Bahnunternehmen Aufzüge bauen, die wegen Havarien oft gar nicht benutzbar sind.

Die Stadt geriet dadurch wieder in Zugzwang. Jetzt wird das Blindenleitsystem auf den modernsten Stand gebracht. "Wir bauen in dem Zusammenhang auch gleich Übergänge so, dass sie auch von Rollstuhlfahrern benutzt werden können", sagt Angelika Höller. Vom Bahnhof aus wird das behindertengerechte System auch in den Innenstadtbereich weiter fortgeführt. "Bei jeder städtischen Baumaßnahme prüfen wir immer gleich mit, wie sich solche Maßnahmen behindertengerecht umsetzen lassen. Natürlich dort, wo es sich auch anbietet."

Die Männer von der Firma PE Pflasterbau aus Schneeberg sind seit vier Wochen, mit kleineren Unterbrechungen, mit dem baulichen Umsetzen der Pläne beschäftigt. Etwa in drei Wochen soll alles erledigt sein. Bis dahin kommt es an den Baustellen zu Verkehrsbehinderungen. Derzeit ist das an der Straße Am Bahnhof, Abzweig Immanuel-Kant-Straße, der Fall. Dort ist nur eine Spur befahrbar. Der Verkehr wird mit einer Baustellenampel geregelt.

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