Wasserstoff tanken: Meerane folgt Leipzig und Dresden

Nach den beiden Großstädten soll die dritte sächsische Tankstelle bald im Westen des Freistaates in Betrieb gehen. Dass es im Kreis kein Wasserstoffauto gibt, stört wenig.

Meerane.

Im August soll es so weit sein: Nach Dresden und Leipzig will der Betreiber H2 Mobility in Meerane die dritte sächsische Wasserstofftankstelle offiziell eröffnen. Dann können Autofahrer neben Benzin, Diesel und Autogas auch Wasserstoff tanken.

Wie Sprecherin Sybille Riepe erklärt, "wird die Station in die bestehende Shell-Tankstelle an der Äußeren Crimmitschauer Straße mit dem Technologielieferanten Linde integriert". Gegenwärtig befinde sich das Vorhaben in der Ausführungsplanung sowie Bauzeitenabstimmung. "Vermutlich geht es schon Mitte Februar los", fügt Riepe an. Gefördert wird die Station in Meerane über die EU, die den Bau von 20 Wasserstoff-Stationen in Deutschland und Österreich in den nächsten Jahren vorantreibt und damit die wichtigsten europäischen Korridore für die Wasserstoff-Mobilität erschließen will. Bisher gibt es laut H2 Mobility bundesweit 60 Wasserstofftankstellen, in diesem Jahr soll sich deren Netz auf 100 erhöhen. Europaweit sei diese die Zahl bereits erreicht, betont Riepe. Bundesweit gebe es derzeit etwa 440 Wasserstofffahrzeuge. Im Landkreis Zwickau sind laut Ines Bettge von der Pressestelle des Landratsamtes bisher noch keine Autos mit Wasserstoffantrieb zugelassen. Das kommt nicht von ungefähr: Immerhin bewegt sich der Anschaffungspreis für ein solches Fahrzeug um die 60.000 Euro. Dennoch sind die ersten Wasserstoffautos längst auf der Straße. Neben Mercedes Benz haben auch die Hersteller Toyota und Hyundai jeweils ein Modell auf dem Markt. Riepe ist überzeugt, dass andere Autohersteller in den nächsten Jahren nachziehen.

Das sieht auch die Betreiberin der Meeraner Shell-Tankstelle nicht anders: "Das sind Investitionen in die Zukunft, damit haben wir aber auch ein Alleinstellungsmerkmal", freut sich die Geschäftsführerin Susanne Baude. Die 36-Jährige ist außerdem überzeugt, dass der E-Mobilität die Zukunft gehört.

Das unterstreicht auch Bürgermeister Lothar Ungerer (parteilos): "Die Stadt Meerane unterstützt das Ziel der H2 Mobility, flächendeckend eine Wasserstoff-Infrastruktur zur Versorgung von Pkw mit Brennstoffzellen aufzubauen." Er beschreibt die mobile Zukunft so: "Kurze Betankung, hohe Reichweite, sauber und leise." Weltweit gebe es keine vergleichbare unternehmerische Initiative, die die Einführung eines emissionsfreien Treibstoffs als nationale Aufgabe begreift und vorantreibt. "Die elektrische Energie wird durch den Energieträger Wasserstoff in der Brennstoffzelle erzeugt und direkt mit dem Elektroantrieb in Bewegung umgewandelt. Bei der Verbrennung entsteht vor allem Wasser, kein Ruß und kein Kohlenstoffdioxid", so der Rathauschef.

Das hebt auch die im Auftrag von Shell erarbeitete Studie "Energie der Zukunft? Nachhaltige Mobilität durch Brennstoffzelle und H2" hervor. Deren Macher kommen im Ergebnis zu dem Schluss, dass 113 Millionen Brennstoffzellen-Autos im Jahr 2050 bis zu 68 Millionen Tonnen Kraftstoff sowie 200 Millionen Tonnen CO2-Emissionen einsparen würden.

Das seien Gründe genug, weshalb Meerane das Vorhaben befürwortet, so Ungerer. Die Erlaubnis zum Betrieb der Station erteile aber die Landesdirektion.

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