Wenn der Pianist das Orchester dirigiert

Die Klaviervirtuosen Markus und Pascal Kaufmann sind vom Ensemble Amadeus als Gast-Solisten ausgewählt worden. Sie versprechen orchestrale Tastenkunst.

Lichtenstein.

Es wird eine besondere Tournee für das Lichtensteiner Brüderpaar Markus und Pascal Kaufmann. Sie sind die Partner des Ensembles Amadeus aus Dennheritz bei dessen diesjährigem symphonischen Konzert für Klavier und Orchester. "Das Ensemble, das vornehmlich Klassikerwerke von Bach und Mozart aufführt, veranstaltet regelmäßig jeweils im zweiten Halbjahr Konzerte für Orchester und Solisten", sagt Markus Kaufmann. "Und in diesem Jahr dürfen wir mit Amadeus zusammenarbeiten."

Die Brüder sind weithin bekannt als virtuose Spezialisten. Sie begeisterten die Fachwelt schon häufig mit von ihnen selbst erarbeiteten vierhändigen und vierfüßigen Orgeltranskriptionen. So darf man bei ihren Auftritten an den sechs Tourneeorten von Waldenburg bis Glauchau fast schon Überraschungen erwarten. Markus hält nicht lange hinterm Berg. Das Konzert seines Bruders Pascal werde eine Besonderheit haben: Bei Johann Sebastian Bachs Konzert BWV 1054 D-Dur wird er als Solist vom Klavier aus das Orchester dirigieren. "Das ist optisch interessant, das muss man sich erstmal trauen", erklärt Markus. Wie so etwas funktioniert? Der Lichtensteiner lacht. "Mit dem Kopf, mit Mimik. Und mit Lächeln, das hilft am meisten." Man werde sowohl erfrischende als auch dramatische Klänge auf den schwarz-weißen Tasten zu hören bekommen, sagt Markus Kaufmann.

Es sei gewissermaßen ein konzertantes Wetteifern zwischen Klavier und Orchester. "Man befindet sich miteinander im Dialog." Das Orchester spiele ein Thema, der Solist nimmt es auf, verziert es. "Das geht bei Mozart besonders gut, da spielt man sich immer mehr in Leidenschaft hinein", so Markus Kaufmann. Mozart ist sein Part. Mit dem Konzert c-Moll. "Der Komponist führt damit auf symphonische Pfade, die den Pianisten schwitzen lassen", umschreibt er die Schwierigkeit des Werks von 1786. Es sei technisch anspruchsvoll. Mozart habe es für sich selbst geschrieben. "Da ging es nicht um den ganz großen musikalischen Wert", sagt Markus. Vielmehr wollte er damit die eigene Virtuosität vorführen. An vielen Stellen erscheine es düster. "Man erschrickt, dass das Mozart sein soll." Es gebe Berichte über Aufführungen dieses Konzerts, wonach die Zuhörer ratlos zurückgelassen wurden, nicht wussten, was sie damit anfangen sollten. "Also wird es sein, dass der Solist ins Schwitzen kommt, weil er selbst nicht weiß, wohin er seine Zuhörer führt", so Kaufmann.

Die Tournee startete am Sonntag im Waldenburger Schloss. Dort war das Konzert ausverkauft. In Lichtenstein wird das Konzert am 13. November, ab 17 Uhr in der Aula des Schneider-Gymnasiums zu hören sein. "Im Gymnasium ist das Kartenkontingent sehr beschränkt", sagt Markus Kaufmann.

Keine Platzprobleme gebe es im Glauchauer Stadttheater, wo man am 20. November ab 17Uhr zu Gast sein wird. Gespielt wird zudem in Meerane, Chemnitz und Schmölln.

Karten für das Konzert in Lichtenstein gibt es im Blumengeschäft Taubner an der August-Bebel-Straße und in der Stadtinformation im Daetz-Centrum. Sie kosten 14 Euro, ermäßigt 12 Euro.

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