"Wichtig wäre, den Altmarkt umzugestalten"

CDU-Fraktionschef Christian Rochlitzer über Neid, zielgerichteten Streit und die Attraktivität von Lichtenstein

Lichtenstein.

Mit dem Beschluss des Doppelhaushaltes für die Jahre 2019 und 2020 werden in Lichtenstein demnächst die Weichen für die weitere Entwicklung der Stadt gestellt. Über das viel diskutierte Zahlenwerk und andere kommunale Themen hat sich Markus Pfeifer mit Christian Rochlitzer (49), dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Lichtensteiner Stadtrat, unterhalten.

Freie Presse: Herr Rochlitzer, in der jüngsten Ratssitzung hatten Sie einige Fragen zum Haushalt. Sehen Sie noch viel Nachbesserungsbedarf oder sind Sie zufrieden?

Christian Rochlitzer: Die Haushaltssatzung hat schätzungsweise 200 Seiten, da muss man erst mal alles durchschauen. Mittlerweile wurden aber die offenen Fragen geklärt und für mich ist es transparent und nachvollziehbar dargestellt. Ich bin froh, dass wir uns für den Weg des Doppelhaushaltes entschieden haben. Dafür muss der ganze Aufwand nicht jedes Jahr betrieben werden. Es ist gut, dass wir durch die vielen Fördermittel für die einzelnen Projekte weiter investieren können.

Welche Investitionen sind Ihnen besonders wichtig?

In den Straßenbau stecken wir viel Geld, aber das können manche Straßen in Lichtenstein auch gut vertragen, beispielsweise die Rödlitzer Straße. Die neue Kita ist ebenfalls ein sehr wichtiges Projekt. Sie zeigt aber auch, wie kompliziert alles ist, wenn es um Fördermittel oder Ausschreibungen geht. Da braucht man einen langen Atem.

Im Rat wurde kritisiert, dass die Personalausgaben der Verwaltung nicht sinken. Sehen Sie da Möglichkeiten?

Das ist nicht einfach. Es war der Ansatz, dass wir in diesem Bereich sparen wollen, aber es gibt eben beispielsweise Tariferhöhungen und wir haben einen bestimmten Personalbedarf. Schließlich muss die ganze Arbeit gemacht werden.

Schauen Sie manchmal neidisch auf Kommunen, die finanziell viel besser dastehen?

Natürlich stelle ich mir schon vor, wie es anders sein könnte. Mit etwas mehr Luft hat man auch mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg, aber es bleibt herausfordernd.

Wie bewerten Sie die aktuelle Entwicklung in Sachen Daetz-Centrum? Sehen Sie Chancen, dass es mit der außergerichtlichen Einigung klappt?

Es ist im Augenblick nicht so einfach, aber wir sind dran. Ich hoffe, dass Herr Daetz auf die Vorschläge der Stadt eingeht. Wir brauchen eine Einigung. Nur dann können wir die Attraktivität durch eine Umgestaltung steigern.

Im Mai sind Kommunalwahlen. Wie bereitet sich die CDU-Fraktion vor?

Alterstechnisch wird der eine oder andere Stadtrat ausscheiden. Wir suchen nach Leuten, die sich einbringen und ihre Zeit für die Stadt einsetzen möchten. Spannend, aber wir werden uns gut aufstellen. Derzeit erarbeiten wir das Wahlprogramm.

Wie fällt ihr Fazit kurz vor dem Ende der Legislaturperiode aus?

Es macht mir noch immer Freude, auch wenn es Phasen gab, die schwierig waren. Streit und destruktive Kritik sind nicht meine Art. Es geht mir darum, durch Diskussionen Lösungen zu finden. Das geht nur fraktionsübergreifend, wir brauchen Konsens. So will ich auch weitermachen.

Wie viel Zeit investieren Sie in das Amt?

Als Fraktionsvorsitzender ist es etwas mehr geworden. Zwischen fünf und zehn Stunden pro Woche brauche ich schon.

Welche Themen und Projekte in der Stadt liegen Ihnen besonders am Herzen?

Das sind zum Beispiel die Investitionen in die Straßen, die definitiv noch besser werden müssen. Wichtig wäre auch, den Bereich Altmarkt umzugestalten, dass es dort mehr Leben gibt. In anderen Kleinstädten gelingt es zum Beispiel durch die Ansiedlung von Dienstleistern. Wir haben Potenzial in der Stadt und können etwas bieten, wie auch in Sachen Bildung. Da haben wir Grund- und Oberschule sowie zwei Gymnasien. Das Leben in der Stadt sollte sich so gestalten, dass es sich lohnt, in Lichtenstein zu leben. Dabei liegen mir besonders Familien und Jugendliche am Herzen.

Was gefällt Ihnen in Lichtenstein nicht?

Es wird in Lichtenstein auffallend viel negative und auch teils destruktive Kritik geäußert, als wäre hier alles schlecht. Ich finde es gut, wenn sich Bürger zu Wort melden, aber mit mehr lösungsorientiertem Inhalt. Durch ein gutes Miteinander können wir wesentlich mehr erreichen.

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