Wie eine Kugel in die Dunkelheit

"Speed" heißt ein neues Buch zu den Geschwindigkeits-Jägern aus der Frühzeit. Es schildert auch die Rekordversuche des Motorradfahrers Fernihough.

Hohenstein-Ernstthal.

Der Mann mit der Startnummer 2, der so nett in die Kamera lächelt, heißt Eric Fernihough. Wir schreiben das Jahr 1936, und beim Großen Preis von Deutschland auf dem Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal steht der Beginn des Rennens in der 175-Kubikzentimeter-Klasse kurz bevor. Dann geben die Fahrer "Speed" ...

"Speed" ist auch der Titel eines neuen Buches zur Geschichte des Motorsportes, das ab jetzt auch in den "Freie Presse"-Shops erhältlich ist. Es geht um den Traum von der Geschwindigkeit, wie ihn viele Motorsportbegeisterte schon vor vielen Jahrzehnten schon lebten, auch wenn die Maschinen damals noch lange nicht so schnell waren wie heute. Autor des 240-seitigen Buches ist der ehemalige Rennfahrer Mat Oxley, der einen seiner größten Siege auf der Isle of Man holte. Übersetzt aus dem Englischen hat das Buch Andy Jordan aus Hohenstein-Ernstthal. Sein Vater Mike hat das legendäre Motor-Rennsportarchiv Jordan in seiner Regie. So ist es auch kein Wunder, dass das eine oder andere Bild vom Sachsenring in dem Buch gelandet ist wie das des Fahrers Eric Fernihough.

Der Brite, 1938 bei einem Weltrekordversuch tödlich verunglückt, war nicht irgendwer. In der Frühzeit des Motorradrennsports war er auf ständiger Jagd nach dem absoluten Geschwindigkeitsweltrekord. Zudem war er äußerst abergläubisch. Schuld daran war ein böser Unfall, der sich am 13. eines Monats im Jahre 1933 ereignet hatte. Fortan unternahm er keine Rekordversuche an einem 13.

Trotzdem klappte es mit eine Rekord: Fernihough erreichte im Jahre1936 bei einer Veranstaltung in Großbritannien bei einem Geschwindigkeitsversuch eine End- geschwindigkeit von 255 Stundenkilometer. So schnell war vorher noch kein Motorrad auf den britischen Inseln. "Er ging ab wie ein Blitz und, mit seinem langen Körper gut verstaut, rauschen Mann und Maschine wie eine Kugel in die Dunkelheit", schrieb ein Beobachter.

Schließlich nahm der Brite auch Angriff auf den absoluten Geschwindigkeitsweltrekord. Der Versuch startete bei der Reichsrekordwoche in Deutschland, auf der der bisherige deutsche Rekordhalter Henne seine 500er-Rekordmaschine "ausführte". Übrigens: Die Durchschnittsgeschwindigkeit des Siegers bei dem ersten Motorradrennen in England 1897 lag bei 43 Stundenkilometern.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...