Windparkgegner bleiben wachsam

Das Areal oberhalb der Hauptstraße in Langenbernsdorf ist in der neuesten Fassung des Regionalplanes nicht mehr als Vorzugsstandort aus-gewiesen. Doch auflösen will sich die Bürgerinitia-tive noch nicht.

Langenbernsdorf.

Die Bürgerinitiative "Gegenwind" aus Langenbernsdorf hat ihr Ziel erreicht. In der überarbeiteten Fassung des Regionalplanes für die Region Chemnitz ist Langenbernsdorf nicht mehr als Voranggebiet zur Nutzung von Windenergie ausgewiesen. Das sah vor ein paar Monaten noch ganz anders aus. Nach den Plänen des Regionalverbandes war das Areal oberhalb der Hauptstraße an der Gemarkungsgrenze zu Leubnitz-Forst als möglicher Standort im Gespräch. Geplant war in dem Bereich der Bau von fünf Windkraftanlagen mit einer Höhe von bis zu 200 Metern. Dagegen setzte sich ein Großteil der Einwohner von Langenbernsdorf zur Wehr. Mit Erfolg.

Noch sind die Mitglieder der Bürgerinitiative nicht in Feierlaune. "Wir bleiben weiterhin wachsam. Der Beschluss durch den Verband und die Bestätigung durch das Innenministerium stehen noch aus, sodass jederzeit Änderungen möglich sind", sagt Falk Kaufmann. Der 47-Jährige ist Vorsitzender der Bürgerinitiative "Gegenwind" und hat seit Bekanntwerden der Pläne den Widerstand gegen das Vorhaben im Ort organisiert. "Dass das so viel Kraft und auch Zeit in Anspruch nimmt, hätte ich am Anfang nicht gedacht. Ohne die Unterstützung meiner Frau und auch meiner Eltern wäre das Ganze nicht machbar gewesen", zieht Kaufmann Bilanz.

Angefangen hatte alles im September 2013 mit einem Brief, der Familie Kaufmann ins Haus flatterte. In dem Schreiben unterbreitete eine Firma ein Angebot zur Nutzung der Ackerflächen, die seit Jahrhunderten der Familie gehören. Das Unternehmen plane, im Ort einen Windpark zu errichten, und benötige dafür einen Teil des Grundstückes. Kurze Zeit später erhielt die Familie ein weiteres Angebot, jedoch von einer anderen Firma. Falk Kaufmann, der sich bis zu dem Zeitpunkt nie mit Windrädern befasst hatte, wurde stutzig und begann im Internet zu recherchieren. Dabei stieß er auch auf die Seite des Planungsverbandes und fand dort eine Skizze mit dem vorgesehenen Windpark. Falk Kaufmann suchte daraufhin den Kontakt zu den Nachbarn. Auch die hatten in den Tagen zuvor ähnliche Angebote von Investoren unterbreitet bekommen. Die Nachricht von den Plänen verbreitete sich im Dorf wie ein Lauffeuer. Auf einmal standen eine Menge offene Fragen im Raum: Was ist mit der Lärmbelästigung, wie stark ist der Schatten, den die Räder werfen? Falk Kaufmann recherchierte weiter, bis für ihn und zahlreiche weitere Bürger im Ort feststand: "Wir wollen keine Windräder im Ort!"

Doch mit einem einfachen Nein war das Problem noch nicht aus der Welt geschafft. Was folgte, waren mehrere Informationsveranstaltungen, auf denen Gegner und Befürworter ihre Argumente vortragen sowie mögliche Investoren ihre Pläne präsentieren konnten. Ebenso wurden Vertreter des Planungsverbandes eingeladen. "Wir wollten uns ein umfassendes Urteil bilden", sagt Falk Kaufmann. Überzeugen konnte die Befürworter der Wind- räder die Mehrheit der Bürgerschaft nicht. In einer Unterschriftenaktion sprachen sich 2695 Unterzeichner gegen die Pläne aus. Übergeben wurden die Listen mit den Unterschriften dem Planungsverband bei einer Sitzung im Zwickauer Rathaus. "Ob die Unterschriften letztendlich den Verband umstimmten oder andere Argumente, das wissen wir nicht. Was für uns zählt, ist die Tatsache, dass das Vorhaben vom Verband ad actca gelegt worden ist", sagt Falk Kaufmann.

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