"Wir wollen einen grünen Ort vorweisen"

Gersdorfs Bürgermeister Erik Seidel zieht nicht nur eine positive Bilanz zu seinen ersten vier Monaten im Amt

Gersdorf.

Seit mehr als 100 Tagen ist Gersdorfs Bürgermeister Erik Seidel (parteilos) im Amt. Hans-Peter Kuppe sprach mit ihm über die bisherige Amtszeit, die Baumaßnahmen im Dorf am Hegebach und seine Ziele für die nächsten Monate. Dabei hat er auch das Jubiläum "850 Jahre Gersdorf" im Visier, das der Ort im Jahr 2019 mit einer Festwoche begeht.

Freie Presse: Sie sind jetzt mehr als 100 Tage im Amt? Haben Sie schon Spuren im Ort hinterlassen?


Erik Seidel: Auf jeden Fall viele Fußspuren, da ich oft im Ort unterwegs gewesen bin, um Gespräche zu führen. Aber im Ernst: Wenn es um sichtbare Spuren geht, da kann natürlich nach so kurzer Amtszeit noch nicht viel zu sehen sein. Da wären meine Rathausmitarbeiter und die Bürger die besseren Ansprechpartner. Aber ich kann natürlich sagen, dass es mit den Bauarbeiten am Marktgewölbe vorangeht. Wir haben außerdem durchgesetzt, dass es vor dem Kindergarten eine 30er-Zone geben wird. Und die kritische Situation für Fußgänger an der B 180 in Höhe der ehemaligen Bison-Ranch wird auch entschärft. Dafür haben wir uns mit Oberlungwitz im Straßenbauamt in Dresden für eine Lösung stark gemacht. Die wurde uns zumindest in Aussicht gestellt.

Gibt es auch Dinge, die nicht nach Ihren Vorstellungen laufen oder gelaufen sind?

Da fällt mir an erster Stelle das Regenrückhaltebecken hinterm ehemaligen Netto-Markt ein. Das brauchen wir dringend, aber damit geht es einfach nicht voran. Es scheitert schon an den Vorleistungen, bei denen wir auf die Grundstücksbesitzer angewiesen sind, um die Planungen weiter voranzutreiben. Da geht es um Bohrungen für ein Bodengutachten. Diese Gespräche gestalten sich sehr kompliziert. Auch beim Schulhausbau könnten wir besser vorankommen. Die Fördermittelprogramme wurden seitens unserer Landesregierung schon lange angekündigt. Etwas Beschlossenes, Greifbares gibt es aber immer noch nicht.

Was haben Sie sich für dieses Jahr noch vorgenommen?

Bisher konnten wir noch kein Konzept zur Nutzung unserer Garnstraße mit den Erbauern der Windkraftanlagen verhandeln. Die Firmen müssen sich an der Finanzierung der Straßensanierung maßgeblich beteiligen. Die Straße ist für 3,5 Tonnen zugelassen, die Montagefirmen fahren mit 30-Tonnern dort drüber. Seitens der Gemeinde sind die Grundlagen für Verhandlungen geschaffen. Die Gespräche werden in naher Zukunft intensiv angegangen. Eines ist auch klar: In diesem Jahr werden zu den bereits bestehenden Baustellen zum Beseitigen der Hochwasserschäden weitere hinzukommen. Dieses Problem wird uns noch das gesamte Jahr über begleiten. Wir bemühen uns, den Baufirmen die Rahmenbedingungen zu schaffen, um zügig und möglichst ohne weitere Verzögerungen voranzukommen. Wir wollen die Verkehrsbehinderungen im Ort so gering wie möglich halten. Dabei sind aber Vollsperrungen trotzdem nicht zu vermeiden. Außerdem möchte ich die Vermarktung unseres erweiterten Baugebietes "Am Aktienwald" vorantreiben. Die Erschließungsarbeiten sind fast beendet. Die Bauwilligen können also kommen. Der Rat hat am Montag schon wieder dem Verkauf von zwei Grundstücken zugestimmt.

Im nächsten Jahr feiert Gersdorf sein Jubiläum "850 Jahre". Wie soll der Ort bis dahin aussehen?

Bis dahin sollen unsere Großbaustellen, Marktgewölbe und Brückenbauwerke, abgeschlossen und die Bereiche gestaltet sein. Zum Jubiläum wollen wir unseren Gästen natürlich einen grünen und attraktiven Ortskern vorweisen. Wir haben mir Begrünungen schon begonnen. Zum Beispiel mit Ersatzpflanzungen am Haldenweg, dort haben wir uns ganz bewusst wie früher für Obstbäume und Obststräucher entschieden. Ich hoffe, dass sie nächstes Jahr schon blühen und Früchte tragen werden. Ich wünsche mir natürlich eine interessante und bunte Festwoche mit vielen Höhepunkten. Die Vorbereitungen laufen jetzt schon auf Hochtouren. Wir wissen jetzt schon, dass sich viele Bürger, Vereine und Gewerbetreibende mit einbringen. Vor allem auch, um den Festumzug mitzugestalten.

Sind denn Ihre Arbeitstage inzwischen etwas kürzer geworden als am Anfang?

Nein, aber ich kenne inzwischen die Abläufe und habe mich in viele Probleme eingearbeitet. Einen großen Anteil meiner weiteren Arbeitszeit, neben dem täglichen Bewältigen meiner Aufgabe im Rathaus, wird durch Termine in Arbeitsgruppen und solche, die durch Mitgliedschaft in Zweckverbänden anfallen, gebunden.

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