Wird die Studienakademie bald duale Hochschule?

Sachsens Regierungsbündnis hat große Pläne für die staatliche Bildungseinrichtung

Glauchau.

Nun steht es schwarz auf weiß im Koalitionsvertrag: CDU, Grüne und SPD haben nach den Verhandlungen unter anderem vereinbart, "die Berufsakademie Sachsen schrittweise zur Dualen Hochschule Sachsen weiterzuentwickeln". Dabei sollen das eigenständige Profil mit dem dualen Studium und die Verbundenheit zur mittelständischen Wirtschaft erhalten bleiben, "um Wissenstransfer in der Region sicherzustellen", heißt es in dem Papier weiter. Das hätte Auswirkungen auf den Akademie-Standort Glauchau.

Frauke Deckow, Direktorin der Staatlichen Berufsakademie in Glauchau, sprach in einer ersten Reaktion von dem einzig richtigen und entscheidenden Schritt. "Dadurch wird das duale Studium für jungen Menschen noch attraktiver", erklärte sie. Bereits ihr Vorgänger Konrad Rafeld, der vor Kurzem in den Ruhestand verabschiedet wurde, hatte den Weg für diese Entwicklung geebnet. Rafeld ist laut Deckow schon immer der Überzeugung gewesen, dass das duale Studienmodel zur Fachkräftesicherung sowie Stärkung der Wirtschaft Sachsens beiträgt. Das sieht Jan Schuster, Chef des Zwickauer Kreisverbandes der Jungen Union und ehemaliger Student der Berufsakademie, nicht anders. Der frisch gebackene Bauingenieur ist optimistisch, dass sich Glauchau in absehbarer Zeit zum Hochschulstandort entwickelt. "Für diese Forderungen haben wir lange gekämpft", sagte der 22-jährige Lichtensteiner. Er ist zudem fest davon überzeugt, dass sich das ohnehin gut aufgestellte duale Studienangebot mit den auszubildenden Firmen weiter ausbauen lässt. Außerdem könnten sich seiner Auffassung nach die Kapazitäten für die Forschung verbessern. Nicht nur das: Der Anteil hauptberuflicher Dozenten könnte erhöht werden. Tatsächlich haben die drei Parteien auch das im Koalitionsvertrag aufgenommen: "Darüber hinaus wird der Anteil der hauptamtlichen Dozenten auf 50 Prozent gehoben, zudem werden Mittel für Transfer und praxisnahe Forschung bereitgestellt." Gleichzeitig soll geprüft werden, inwieweit die duale Hochschule auch zusätzliche Studienangebote der Pflege- und Gesundheitsberufe machen kann.

Auch Glauchaus Wirtschaftsförderin Astrid Modrack freut sich über diese Entwicklung. "Davon profitieren vor allem die in und um Glauchau ansässigen Unternehmen, die damit noch besser als bisher ihren Nachwuchs rekrutieren und aufbauen können", sagte sie. (jwa)

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