Wunderbare Blicke rundum

Auch in Zeiten einer Pandemie gehört das Wandern zu den gesündesten Freizeitaktivitäten. "Freie Presse" stellt Touren im Landkreis vor. Heute: Zwischen Lichtenstein und Rümpfwald.

Lichtenstein/Mülsen.

Der Bahnhof von Lichtenstein wird durch die Citybahn von St. Egidien nach Stollberg bedient und bietet sich für den Beginn einer Wanderung in die Umgebung an. Die Spaziergänger halten sich in südliche Richtung, überqueren die Hauptstraße und nutzen die Poststraße. Noch vor dem DRK-Krankenhaus geht es nach rechts. Die Straße verläuft aufwärts durch die Felder. Oben auf der Alberthöhe angekommen, ist der Aussichtsturm nicht zu übersehen. Ein Aufstieg lohnt sich, auch wenn die freie Wendeltreppe nicht jedermanns Sache ist. Oben ist der Rundblick wunderbar und reicht vom Erzgebirge über das Vogtland und Zwickau bis nach Hohenstein-Ernstthal. Nach Norden schaut man weit ins Leipziger Land.

Weiter geht es entlang der kleinen Straße, einer typischen Allee mit alten Obstbäumen. Rechter Hand ist bald Lichtenstein zu sehen. Besonders markant tritt das Schloss hervor. Schließlich verläuft die Route parallel zur Bundesstraße 173, die schließlich gequert wird. Bald zweigen Wege nach Lichtenstein und Mülsen St. Micheln ab. Die Wanderer halten sich aber geradeaus. Links sind im Tal Ortsteile von Mülsen zu sehen. Die Tour führt abwärts und an einem sehr schönen Teich vorbei. Danach müssen die verlorenen Höhenmeter zurückgewonnen werden. Schon lange ist rechts der Rümpfwald zu erkennen. Der Weg ist nicht zu verpassen.

An den ersten Bäumen halten sich die Spaziergänger und Wanderer links, um dann ziemlich bald tiefer in den Wald hineinzugehen. Der Rümpfwald gilt als das zweitgrößte Forstgebiet im Erzgebirgsbecken. Nur der Werdauer Wald ist noch größer. Wenn man auf den Hauptweg mit einer roten Markierung trifft, wird diesem nach rechts gefolgt. Am Waldrand bietet sich ein kleiner Rastplatz für eine Pause an. Nachdem die B 173 erneut gekreuzt wurde, folgt mit dem Schubertgrund noch ein schönes Waldstück.

Am Ende des Schubertgrundes stehen die Wanderer wieder in Lichtenstein. An der Stirnseite des Stadions vorbei, wird schon bald wieder die Bahnlinie erreicht, die von der Rümpfstraße unterquert wird. Mit einem kleinen Rechtsschwenk kommen die Spaziergänger wieder zum Bahnhof und schließen die interessante Runde ab.


Grenze zum Erzgebirgskreis

Die Stadt Lichtenstein, die auch als Stadt im Grünen bezeichnet wird, ist unter anderem durch das Schloss - es wird derzeit zu einem Hotel umgebaut -, das Daetz-Centrum und und den Miniaturpark Miniwelt bekannt. Die Kleinstadt, die reichlich 11.000 Einwohner hat, grenzt an den Erzgebirgskreis. Insgesamt umfasst Lichtenstein eine Fläche von reichlich 15Quadratkilometern. Neben dem Kernort gehören die Ortsteile Heinrichsort und Rödlitz zur Stadt.

Details zur Strecke: Länge der Wanderung: 16,2 Kilometer. Start und Ziel: am Bahnhof in Lichtenstein. Gesamt- anstieg: circa 220 Höhenmeter. Höchster Punkt: 421 Meter über dem Meeresspiegel (kurz nach der Alberthöhe); Tiefster Punkt: 305 Meter an einen Teich am Rümpfwald.

Unser Autor Jens Zeidler ist promovierter Informatiker und arbeitet im Verlag der "Freien Presse" als Controller. In seiner Freizeit geht der 54-Jährige gern wandern und gibt Tipps für andere Leute, die ebenfalls gern auf Schusers Rappen unterwegs sind. |jz

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König Albert ist noch immer allgegenwärtig in Sachsen

Es ist sehr schwer, in Sachsen nicht auf Landmarken, Orte und Bauwerke zu treffen, die nach König Albert benannt sind. In Dresden gibt es neben dem Albertinum einen Hafen, eine Brücke, eine Straße, einen Platz und sogar eine Vorstadt, die seinen Namen tragen. In Bad Elster heißt ein Kurbad so. Neben der Alberthöhe in Lichtenstein gibt es in Grünhain-Beierfeld und auf dem Collm in Nordsachsen ebenfalls Aussichtstürme. Ein Obelisk auf dem nach ihm benannten Felsen erinnert im Chemnitztal an die Fertigstellung der heutigen B107 in dem Bereich.

Der Monarch war einfach und volkstümlich, wodurch er bei den Sachsen sehr beliebt war. Er lebte von 1828 bis 1903. Von 1873 an, als sein Vater starb, bis zu seinem Tod war er König von Sachsen. Seine Politik war stets auf Friedenssicherung ausgelegt. In seiner Regierungszeit verbesserte er die Armenpflege und veranlasste eine umfassende Reform des Steuerwesens.

Die Alberthöhe in Lichtenstein verdankt ihren Namen einem Manöver 1898, an dem der König teilnahm. (jz)

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