Vor dem Bauen kommt die Kunst

Die Bagger auf dem Hochschulgelände arbeiten schon seit einiger Zeit. Doch bis die Neubauten entstehen, geht noch einige Zeit ins Land.

Der Entwurf für das Geothermiegebäude am Silberhof bezieht den Beton der Fassade in seine Darstellung mit ein.

Für Sie berichtet: Sara Thiel

Es geht voran - aber langsamer als gedacht. Denn noch steht nicht fest, wie lange es dauert, bis die Westsächsische Hochschule (WHZ) ihre Straße der Wissenschaft bekommt. Das geht aus einer Antwort des Sächsischen Immobilien- und Baumanagements (SIB) auf eine Anfrage der "Freien Presse" hervor.

Derzeit werden auf dem Gelände zwischen Äußerer Schneeberger Straße und Glück-Auf-Brücke sämtliche Medien umverlegt, die einem Neubau noch im Wege liegen. Denn dort, wo ein weiteres Gebäude für das Technikum hochgezogen werden soll, wurde im vergangenen Jahr das Hygieneinstitut abgerissen, die dazugehörigen Medien blieben im Boden. Nach Auskunft von Jana Beck vom SIB sind diese Arbeiten die Vorbereitung für einen weiteren Bau - allerdings wartet das SIB noch darauf, dass es vom Freistaat grünes Licht gibt, denn der muss die Arbeiten bezahlen. Unterdessen holt das SIB die Zustimmung der Stadt Zwickau sowie die wasserrechtliche Genehmigung ein. Wann der Hochbau beginnt und was er kosten soll, das lasse sich zur Zeit noch nicht sagen, so Jana Beck.

Ähnlich vage sind die Auskünfte zum Bau des geplanten Hochtechnologiezentrums an der entgegengesetzten Seite der Straße der Wissenschaft. An der Peter-Breuer-Straße soll die ehemalige Druckerei von Förster und Borries entkernt und mit modernem Inhalt versehen werden. Geplant ist, dort Labore für Vakuum-, Röntgen- und Plasmatechnologie einzurichten. Aber auch da sagt das SIB: "Konkrete Kosten und weitere Bauzeiten können noch nicht benannt werden." Allerdings sind dafür laut Jana Beck bereits die Leistungen für die Errichtung der Baustelleneinrichtung und die Abbrucharbeiten ausgeschrieben und beauftragt. Mitte September soll die Baustelleneinrichtung beginnen. Da das Gebäude im Überschwemmungsbereich der Zwickauer Mulde liegt, musste eine wasserrechtliche Genehmigung beantragt werden - die ist bereits positiv beschieden. Auch die denkmalschutzrechtliche Genehmigung liegt vor.

Vorgestellt wurden die Pläne zur Erweiterung der Hochschule vor drei Jahren. Damals hieß es, der Freistaat wolle rund 60 Millionen Euro in den Ausbau des Innenstadtcampus der WHZ investieren. Zu diesem Vorhaben gehört als drittes der Neubau eines Mensa-Hörsaalzentrums an der Stelle, an der noch der Jacob-Leupold-Bau steht.

Etwas Sichtbares tut sich an der Hochschule aber dennoch. Sowohl auf dem neuen Gebäude neben dem Pumpwerk Silberhof als auch an der Wand samt Tor gegenüber dem Studentenwohnheim an der Inneren Schneeberger Straße soll je ein Künstler ein Graffito anbringen. Das SIB und die WHZ hatten dazu einen Wettbewerb ausgeschrieben, der nun entschieden ist. Einer der Künstler ist Marko Kurth, auch bekannt als Heimatkiosk, aus Jena. Er wird auf den Beton am Geothermiegebäude Einblick in eine farbenfrohe Welt gewähren. Sebastian Knospe aus Rehfelde in Brandenburg hingegen hat sich entschieden, das Studentenleben in einer Reihe von Comics darzustellen.

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