Zwei Rohrbrüche: Und plötzlich streikt der Wasserhahn

Havarierte Leitungen in Lichtenstein haben am Donnerstag für einen Großeinsatz des Regionnalen Zweckverbandes Wasserversorgung gesorgt. Betroffen war auch ein Heim für Demenzkranke, die Tagespflege, Wohnungen und Geschäfte.

Lichtenstein.

Als am Mittwoch früh Wasser auf der Inneren Zwickauer Straße gegenüber der Landeskirchlichen Gemeinschaft wie eine Quelle aus der Straße sprudelte, sah alles nach einer kleineren Reparatur aus - aufgraben, reparieren, fertig. Die Männer vom Regionalen Zweckverband Wasserversorgung Lugau-Glauchau (RZV) drehten gegen 9 Uhr das Wasser ab, die Rohrleitungsmonteure legten los.

Doch am Donnerstag trat an derselben Stelle wieder Wasser aus. Und auch 200 Meter weiter oben an der Äußeren Zwickauer Straße in Höhe Blumenhaus kurz vorm Viadukt plätscherte eine zweite Bruchstelle munter vor sich hin. "Im Winter wäre das nichts Ungewöhnliches, aber im Sommer? Wahrscheinlich ein Zufall", sagt Rohrnetzmeister Holger Haberkorn vom RZV. Und fügt hinzu: "So eine Havarie haben wir auch nicht alle Tage." Weil neben Wohnungen und Geschäften auch die Apotheke sowie Tagespflege und die Wohnstätte für Demenzkranke betroffen waren, löste das einen Großeinsatz zur Notversorgung aus. "Wir können die alten Leute ja nicht ohne Wasser lassen", so Haberkorn. In der Niederlassung des Advita-Pflegedienstes hatte von der Havarie niemand etwas bemerkt. Der Grund: ein technischer Glücksfall. Das Gebäude des ehemaligen Hotels "Goldener Helm" wird von einer Stichleitung versorgt, die von der Hauptleitung abzweigt. Die wurde vom RZV schleunigst abgeschiebert. Ein Wasserwagen mit 10.000 Litern Fassungsvermögen speiste in den Strang ein und hielt den Druck im System aufrecht. "Das Wasser reicht etwa für einen Tag. Die Leute merken am Wasserhahn keinen Unterschied", erklärt Maximilian Otto, der die Notversorgung per Tankwagen überwachte. "Ich bin froh, dass uns der RZV so helfen konnte", zeigte sich Advita-Niederlassungleiterin Katrin Danzer erleichert. Nicht auszudenken, wenn die Pflegekräfte das benötigte Wasser mit Eimern von der Straße holen müssten. An der Druckleitung hängt auch die Schloss-Apotheke. Andere hatten weniger Glück. Die Inhaber der Geschäfte im Schloss-Center, Hausnummer 2 und 4, sowie Mieter mussten ihr Wasser von einem Notversorgungshydranten holen, den Patrick Eismann und Roy Hemmann vom RZV an die Hauptleitung an der Inneren Zwickauer Straße, nahe Kreisverkehr, angeschlossen hatten. Daneben standen zwölf nagelneue Eimer an der Zapfstelle auf dem Fußweg bereit. "Wir haben bei Bedarf noch einige in Reserve", sagte Patrick Eismann. Betroffen von der Unterbrechung der Trinkwasserversorgung waren auch andere Grundstücke an der Inneren Zwickauer Straße.


Unterdessen kämpften die Rohrleitungsbauer von der Firma Geringswald aus Wickersdorf mit dem Leck. Aus der gebrochenen 150-Millimeter-Stahlleitung wurde das defekte Stück herausgeschnitten und durch ein 1,50 Meter langes Gussrohrstück ersetzt.

In der Bäckerei-Filiale der Annaberger Backwaren GmbH machte sich die Verkäuferin schon Sorgen: "Die Kaffeemaschine ist noch gut gefüllt. Dafür könnte ich mir das Wasser im Eimer holen. Das wäre kein Problem. Aber der Backofen ist an die Wasserleitung angeschlossen. Das brauche ich für den Dampfstoß. Wenn morgen früh kein Wasser läuft, kann ich nicht backen."

Die Monteure gaben unterdessen ordentlich Gas. Da wussten sie noch nicht, was sie an der Bruchstelle oberhalb des Viadukts erwartet. Für diese Reparatur musste erst am Nachmittag die alte B 173 stadteinwärts halbseitig gesperrt werden. Damit waren Verkehrseinschränkungen programmiert, zumal auch die Hartensteiner Straße noch wegen der Baumaßnahme am Rödlitzbach gesperrt ist.

Für Rohrnetzmeister Haberkorn stand zumindest fest: "Wir müssen bis Freitagabend fertig sein. Zum Wochenende soll alles wieder funktionieren."

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