"Zwickau" - nur noch auf der Schiene

Der Airbus mit dem Städtenamen gehört nicht mehr zur Lufthansa - Schiffe sind schon lange verschrottet

Zwickau.

Die Pleite der Fluggesellschaft Germania berührt Zwickau nicht. Weder gibt es in der Kreisstadt einen Flugplatz für Verkehrsflieger, noch ist eines der Germania-Flugzeuge auf den Namen "Zwickau" getauft. Diese Ehre ist einst zwar einem anderen Flugzeug zuteil geworden, aber der Namenszug erhebt sich schon seit geraumer Zeit nicht mehr in die Lüfte. Der Airbus A 320 der Lufthansa, im Juni 1992 auf den Namen der westsächsischen Stadt getauft, fliegt seit Oktober 2014 für deren Tochtergesellschaften Germanwings beziehungsweise Eurowings. Beide pflegen keine Patenschaften für ihre Maschinen. Mit der Umlackierung war auch der Name "Zwickau" verschwunden.

Während ihrer Lufthansa-Zeit hatte die Maschine 136 Flughäfen angeflogen. Die weitesten Ziele lagen in Jekaterinburg, Ufa und Perm in Russland sowie Erbil (Irak). Doch es gibt Hoffnung. Eine Patenschaft gilt bei der Lufthansa immer. "Einmal in den Kreis der Patenstädte aufgenommen, geht der Name auf ein neues Flugzeug über", sagte Pressesprecher Helmut Tolksdorf. Wann ein neues Flugzeug getauft wird, stehe allerdings noch nicht fest.

Die Stadt Zwickau hat auch eine Patenschaft für einen Intercity Express (ICE) der Deutschen Bahn übernommen. Im Juli 2004 taufte der damalige Oberbürgermeister Dietmar Vettermann den 205 Meter langen Zug. Er ist bis heute in ganz Deutschland auf Ausbau- und Schnellfahrstrecken unterwegs, wie die Pressestelle der Bahn in Leipzig mitteilte. In Zwickau allerdings wurde er nach seiner Taufe auf dem Hauptbahnhof nicht mehr gesehen. Die Stadt ist nicht an das ICE-Netz angeschlossen. Wie lange der 1996 in Dienst gestellte ICE 2 noch in Betrieb ist, kann niemand sagen. Wird er irgendwann außer Dienst gestellt, erlischt auch die Patenschaft.

Ganz verschwunden ist der Name von Schiffen. Die MS"Zwickau" hatte ab 1969 mehr als 47-mal die Erde umrundet und dabei 16 Länder und 41 Häfen angefahren, am häufigsten den von Murmansk (Russland). Dorthin führte 1988 auch die letzte Fahrt des Frachters. Im folgenden Jahr wurde die MS "Zwickau" in Indien abgewrackt.

Auch das Binnenschiff "Zwickau" gibt es nicht mehr. 1962 in Dienst gestellt, fuhr es bis 1998 unter DDR- beziehungsweise deutscher und danach tschechischer Flagge. Nach einem Motorschaden wurde es 2003 außer Dienst gestellt. Vor fünf Jahren sank das Schiff in Melnik. (nkd)

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