1. Mai ohne Polit-Promi, dafür mit City

Zur traditionellen Maikundgebung kommt die Band City nach Zwickau. Die Gewerkschafter müssen sich aber auf Konkurrenz von rechts einstellen.

Zwickau.

Der Tag der Arbeit in Zwickau bietet auch in diesem Jahr voraussichtlich Diskussionsstoff. Während der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die traditionelle Maikundgebung zu einem Familienfest abändern will und den Auftritt der Band City ankündigt, lädt zeitgleich die Patriotenpartei von André Poggenburg nur wenige Meter weiter auf den Kornmarkt zu einer Gegenkundgebung. Im Wahljahr geht es eben um die Deutungshoheit.

Vertreter des DGB reagieren bei einer Pressekonferenz am Mittwoch mit Schulterzucken auf die Gegenveranstaltung. "Wir haben schon so viele Störaktionen erlebt, die erste war 1992", sagt Regionalgeschäftsführer Ralf Hron. Es sei egal, was andere machen würden. "Wir schauen nur auf uns." Tut man es dem DGB gleich und schaut nur auf ihn, fällt auf, dass er zur Maikundgebung in diesem Jahr keinen Stargast aufbietet. Der namhafteste angekündigte Redner ist IG-Metall-Bezirksleiter Olivier Höbel. Prominente aus der Politik sind nicht als Redner vorgesehen. Die DGB-Kreisvorsitzende und Linke-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann hatte einst erklärt, dass man bei der Maikundgebung in Wahljahren generell auf Polit-Promis verzichten würde. Ein Argument, das die Veranstalter nicht bemühen wollen. "Nein, das hängt nicht mit dem Wahljahr zusammen", sagt der erste Bevollmächtigte der Zwickauer IG Metall, Thomas Knabel. "Wir haben uns einfach für ein anderes Konzept entschieden." Und das beinhalte, ein Familienfest abzuhalten, auf der Bühne Arbeitnehmer zu Wort kommen zu lassen und am Ende den Auftritt von City zu feiern. Der Beginn ist für 13 Uhr angekündigt, City kommt 16 Uhr. Nebenan auf dem Kornmarkt ruft ab 14 Uhr die AfD-Abspaltung ADPM zum "Tag der Patrioten" auf und will eigenen Angaben zufolge gegen Gewerkschaften und "linke Arbeiterverräterparteien" demonstrieren.


Die DGB-Veranstaltung zum 1. Mai in Zwickau gilt als eine der größten ihrer Art in Sachsen. Im Schnitt kommen 2000 Besucher. 2016 hatte die Maikundgebung in der Muldestadt bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, weil der Auftritt des damaligen Bundesjustizministers Heiko Maas (SPD) von Protestierern mit einem Brüll- und Pfeifkonzert gestört worden war. Die Bühne musste damals von der Polizei geschützt werden.

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