5,8 Millionen Euro für Kitas und Horte

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Der Jugendhilfeausschuss beschließt Maßnahmepläne zum Einsatz von Fördermitteln. 30 Prozent müssen die Kitas allerdings selbst aufbringen.

Werdau.

Der Bund hat zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie kurzfristig Konjunkturpakete für die Betreuung der Jüngsten aufgelegt. Fast 3,3 Millionen Euro fallen davon auf den Landkreis Zwickau für Kita-Sanierungen, weitere 2,5 Millionen Euro für Ganztagsbetreuung in Horten. Allein um die Zuschüsse im Hortbereich hatten sich 56 Einrichtungen erfolgreich beworben, die nach einstimmigem Beschluss des Jugendhilfeausschusses auch alle begrüßt werden. Die nötigen Anträge auf diese Fördermittel müssen die Einrichtungen allerdings selbst stellen. Die Krux dabei: Bis 15. Januar mussten sie ihren Bedarf melden, bis 31. Dezember diesen Jahres muss die Maßnahme abgerechnet werden.

Das Konjunkturprogramm für die Horte sieht einen Zuschuss von maximal 70 Prozent vor, der Landkreis hat sich jedoch entschieden, die Maßnahmen nur mit 60 Prozent zu fördern, um mehr Einrichtungen eine Chance zu geben. Viele Horte haben vor, das Außengelände umzubauen oder Ausstattungsgegenstände anzuschaffen.

Das Kita-Programm sieht vor, bis zu 90 Prozent Fördermittel für spezielle Sanierungen oder Umbauten auszugeben. Der Landkreis hat sich aus dem gleichen Grund wie bei den Horten dafür entschieden, Baumaßnahmen nur mit bis zu 70 Prozent zu fördern. Das Geld soll zudem nur dorthin fließen, wo ein Wegfall von Plätzen droht oder wegen Platznot dringend aufgestockt werden müsse. Da ein Kita-Träger seinen Antrag zurückgezogen hat, sollten nach den Vorstellungen der Verwaltung und der Ausschussmitglieder 24 Antragsteller in den Genuss von 70 Prozent Förderung kommen.

Einen Rückzieher hatte die Diakonie Westsachsen gemacht, die ursprünglich den Kindergarten "Sonnenblume" in Hohenstein-Ernstthal wegen erheblicher Baumängel grundlegend sanieren wollte. Mit 1,2 Millionen Euro vom Bund hätte der Landkreis das unterstützt. Nun kommt das Geld anderen zugute. In Werdau sollen 276.000 Euro an die städtische Kita "Pusteblume" fließen, die gegen den Schimmelbefall in der Krippe Maßnahmen ergreifen will; weitere 30.000 Euro an die städtische Kita "Zwergenland" in Steinpleis, die schadstoffbelastete Gruppenräume im Erdgeschoss sanieren will. Die Gemeinde Langenbernsdorf bekommt für den Ersatz der vom Holzwurm zerfressenen und undichten Fenster und Türen der Kita Niederalbertsdorf 10.000 Euro und weitere 55.000 Euro für die Erneuerung der Brandwarn- und Elektroanlage in der Kita "Sonnenschein".

Ausschussmitglied Hans-Jürgen Melle (Kinderhausverein Zwickau) meldete Zweifel an, dass Einrichtungen die nötigen 30 statt nur zehn Prozent Eigenanteil aufbringen können. "Für kleine Träger ist das ein enormer Unterschied. Insbesondere Kindertagesstätten haben keine Möglichkeit, Eigenmittel zu erwirtschaften", mahnte Melle. Laut Tobias Habermann, Amtsleiter für Bildung des Landkreises, seien jedoch alle Einrichtungen informiert worden, dass lediglich 70 Prozent gefördert werden könnten. Mit diesem Wissen hätten sie ihre Anträge gestellt.

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