52 Pflegekräfte beenden Ausbildung

Die Medizinische Berufsfachschule des Heinrich-Braun-Klinikums hat deutlich mehr Bewerber als Ausbildungsplätze. Die Interessenten kommen nicht nur aus Sachsen.

Zwickau/Werdau.

Die Entscheidung für einen Pflegeberuf fiel bei Lara Wirtz im freiwilligen sozialen Jahr. Bei der Arbeit in einem Pflegeheim erkannte sie ihre Berufsperspektive. "Ich habe etwas gesucht, wo ich Menschen helfen kann", sagt die 20-Jährige. Die Krankenpflegehilfe-Ausbildung an der Medizinischen Berufsfachschule des Heinrich-Braun-Klinikums (HBK), die sie jetzt als eine der Besten ihres Ausbildungsganges beendete, hat sie in ihrem Beschluss bestätigt.

Doch das Lernen geht noch weiter. Vor allem die kleinen Patienten haben es der jungen Frau angetan und sie möchte später einmal in diesem Bereich arbeiten. Deshalb schließt sie eine Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkranken- pflegerin an. Das ist ein noch junger Beruf, und sie gehört damit zu den ersten vier Lehrlingen an der HBK-Schule in dem neuen Ausbildungsgang.

Insgesamt feierten am Freitag 52Absolventen den Abschluss ihrer Ausbildung: 30 Gesundheits- und Krankenpfleger, 13 Krankenpflegehelfer sowie neun Physiotherapeuten. 20 weitere Auszubildende müssen allerdings im Dezember noch Wiederholungsprüfungen absolvieren. Für diejenigen, die es jetzt schon geschafft haben, ist der Job oft bereits sicher. "Viele Absolventen haben sich direkt im HBK beworben, und wir konnten allen Bewerbern eine Position anbieten", sagte Schulleiterin Carmen Hofmann.

Nachwuchssorgen kennt die Einrichtung offenbar nicht. "Wir hatten 250 Bewerbungen, auch aus anderen Bundesländern", meinte Hofmann. Den Erfolg erklärt sie nicht nur mit der Ausbildungsqualität: "Man muss mit der Jugend mit- und auf sie eingehen." Das bewies die Einrichtung am Freitag auch bei der Einführung der 114 neuen Auszubildenden. Statt vieler Reden erlebten die Neulinge eine lockere Begrüßung. Traditionell gaben die Absolventen mit Sketchen und Tänzen den Neuen einen kleinen Einblick in den Pflegealltag. Doch auch für diesen Auftritt gab es klare Regeln: Wer mit dabei sein wollte, musste ein Casting erfolgreich absolvieren.

Die HBK-Berufsfachschule hat eine lange Tradition. Erstmals erhielten im Jahr 1912 Hilfsschwestern eine Ausbildung am damaligen Königlich-Sächsischen Krankenstift in Zwickau. Im Verlauf des vergangenen Jahrhunderts haben mehr als 4000 Auszubildende der Fachrichtung Gesundheits- und Krankenpflege ihre Ausbildung absolviert. Seit Begründung des Ausbildungszweiges Physiotherapie im Jahr 1961 haben mehr als 2600 junge Menschen ihre Berufszulassung an der Medizinischen Berufsfachschule des HBK erworben. Seit 1994 gehört die Einrichtung zum HBK und bildet für den Eigenbedarf sowie für Partner aus. Das sind unter anderem die Paracelsuskliniken Zwickau und Reichenbach und die Pleißentalklinik Werdau. Für die Lehrlinge hat das Vorteile: Sie können sich über ihre praktische Ausbildung austauschen und erhalten auch Einblicke in andere Einrichtungen.

Doch die Absolventen und neuen Lehrlinge haben auch einen Beruf gewählt, der seit Langem in der politischen und öffentlichen Diskus- sion steht. Der Personalmangel in zahlreichen Einrichtungen führe zu einem Qualitätsabbruch, heißt es. Um die Krankenpflege zu verbessern, will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mehr Pflegepersonal in den Krankenhäusern. Er nimmt dazu vor allem die Kliniken in die Pflicht. Sie sollen strenge Personalvorgaben erfüllen und bei Verstößen sanktioniert werden. Ab 2020 soll für jedes Krankenhaus das Verhältnis zwischen Pflege- kräften und anfallendem Pflege- aufwand errechnet und veröffentlicht werden, heißt es in einem kürzlich vom Minister präsentierten Gesetzentwurf. Demnach droht beim Unterschreiten einer bestimmten Personalgrenze Honorarkürzung.

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