71-Jähriger will "Supertalent" werden

Zwei junge Männer aus Werdau und Ruppertsgrün wollten schon einmal Deutschlands Superstar werden, ohne Erfolg. Jetzt probiert ein Rentner aus Steinpleis bei einem ähnlichen Format sein Glück. Morgen hat er im TV seinen großen Auftritt.

Steinpleis.

Das musikalische Vorbild von Herwig Felix ist Michael Hirte. "Wie der Mundharmonika spielt, ist einfach toll. Trotz seines Erfolges ist er so bescheiden geblieben. Respekt", sagt der 71-Jährige. Aufmerksam verfolgte der Senior, wie Michael Hirte 2008 zum "Supertalent" in der gleichnamigen Fernsehsendung bei RTL gekürt wurde. Das war für den Steinpleiser Anlass, seine Mundharmonika wieder aus der Versenkung zu holen und damit zu spielen. "Gelernt habe ich das als 14-Jähriger und damals mit ein paar Kumpels gespielt. Aber dann ist das Ganze in Vergessenheit geraten. Bis zu der Fernsehsendung."

Doch auch danach war die Wiederbelebung des Hobbys nur von kurzer Dauer. Schuld daran war eine schwere Krankheit der Ehefrau von Felix. "Da hatten andere Dinge Priorität." Erst seit 2015 widmet sich der Senior wieder verstärkt dem Mundharmonikaspiel und gibt seitdem auch kleine Konzerte in verschiedenen Einrichtungen in der Region.

Freunde animierten ihn im Vorjahr, sich doch einfach einmal bei "Das Supertalent" zu bewerben. Herwig Felix fand die Idee gar nicht so schlecht, recherchierte im Internet und schickte vor fast genau einem Jahr eine E-Mail zu RTL. Drei Monate später flatterte eine Einladung zu einem ersten Casting ins Haus.

Felix fuhr am 6. März zum Vorspielen nach Leipzig und erhielt eine Absage. "Ich dachte schon, damit hat sich alles erledigt", sagt der Senior rückblickend. Im Foyer des Hotels wartete er auf einen Bekannten, der ebenfalls an dem Casting teilnahm. Wie er da so saß, kam plötzlich ein Vertreter von RTL auf ihn zu und teilte ihm mit. "Herr Felix, schön dass Sie noch das sind. Wir haben das Ganze noch einmal überprüft, Sie sind doch eine Runde weiter."

Wieder begann das Warten. Bis per E-Mail eine Einladung zum Vorspielen vor Dieter Bohlen und den anderen beiden Jurymitgliedern, Victoria Swarovski und Bruce Darnell, im Musicaltheater in Bremen folgte. Auch begleitete ihn seine Frau zu der Veranstaltung im August. Während er hinter der Bühne auf seinen Auftritt wartete, verfolgte Gisela Felix das Treiben auf der Bühne als Zuschauerin. "Der ganze Spaß hat von 10 bis 21.30 Uhr gedauert. An dem Tag wurden zwei Sendungen aufgezeichnet. Da bei meinem Auftritt etwas mit dem Einspielen der Hintergrundmusik nicht klappte, musste ich auf die zweite Sendung warten", erzählt der Senior. Dann war es so weit. Herwig Felix betrat noch einmal die Bühne, stellte sich kurz vor, griff zu seiner Mundharmonika und spielte den Soundtrack von "Winnetou" sowie als zweites Stück "Über sieben Brücken". "Aufgeregt war ich eigentlich nicht. Ich spiele ja öfter vor Leuten. Aber vor so einem vollen Haus und noch dazu im Fernsehen bin ich noch nie aufgetreten."

Ob er den begehrten Stern als Ticket ins Finale bekommt oder gar jemand aus der Jury den goldenen Button gedrückt hat, darf Herwig Felix aus rechtlichen Gründen nicht verraten. Nur so viel: "Es war super."

Gesendet wird die zwölfte Folge der zehnten Staffel, in der Herwig Felix auftritt, morgen ab 20.15 Uhr auf RTL. Das Finale findet am 17. Dezember statt.


Junge Männer erfolglos

Roy Drechsler aus Werdau hat sich zweimal bei der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar". kurz DSDS, beworben - beide Male ohne Erfolg. Während der 23-Jährige 2014 bereits mit seiner Bewerbung scheiterte, schaffte er es im Vorjahr bis zum Vorsingen vor Dieter Bohlen. Dabei durfte Roy Drechsler sogar ein Duett mit seinem Idol Michelle singen. Die Schlagersängerin gehörte zu den Jurymitgliedern. Glück brachte ihm das nicht. Auch in diesem Jahr wollte es der junge Mann noch einmal wissen. Die Einladung zum Vorsingen hatte er bereits in der Tasche. Doch kurz vor dem Termin zog Roy Drechsler die Notbremse und sagte seine Teilnahme ab.

Marco Teichmann, ein junger Mann aus Ruppertsgrün, gehörte im Vorjahr zu den Teilnehmern bei DSDS. Der damals 19-Jährige, ein ausgebildeter Schauspieler mit Bühnenreife, wollte die Jury mit einer romantischen Ballade von Ronan Keating überzeugen. Vorbereitet hatte der Ruppertsgrüner noch zwei weitere Titel. Der gewünschte Erfolg blieb aus. Auf eine erneute Bewerbung in diesem Jahr verzichtete der junge Mann.

"Das Supertalent" ist neben DSDS die zweite große Castingshow bei RTL. Bei DSDS ist nur musikalisches Können gefragt, beim Supertalent die gesamte Spannbreite. (umü)

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