AfD-Chefin distanziert sich von eigenem Sprecher

Streit um die Verwendung von Wahlkampfgeldern löst Turbulenzen aus

Zwickau/Werdau.

Die Lage der Kreis-AfD ist am Montagmorgen unübersichtlich. Die Vorsitzende Janin Klatt-Eberle distanziert sich von einer Presseerklärung ihres Vorstandssprechers Benjamin Przybylla, in der Przybylla den früheren Kreisvorstand angegriffen hatte. Der auf diese Weise attackierte Ex-Kreischef Frank-Frieder Forberg wirft daraufhin Przybylla und Klatt-Eberle parteischädigendes Verhalten vor. Offenbar ist über dem Ansinnen, die Fronten im notorisch zerstrittenen Kreisverband vor dem Wahljahr 2019 zu sortieren, ein neuer Streit über die Deutungshoheit entbrannt.

Zentrale Figur der neuen Affäre ist Przybylla, der nach seiner zwischenzeitlichen Ausbootung als Bundestagskandidat 2017 inzwischen als Sprecher des AfD-Kreisvorstands fungiert. In seiner Eigenschaft als Vorstandssprecher verschickte Przybylla am Montag um 5.28 Uhr morgens eine Mitteilung, in der er den früheren AfD-Kreisvorsitzenden Sven Itzek und Frank-Frieder Forberg Unregelmäßigkeiten bei der Verwendung von Geldern vorwirft. So würden nachvollziehbare Belege über die Verwendung der Mittel fehlen, zudem würden Itzek und Forberg mit dem neuen Vorstand nicht kooperieren. "In letzter Konsequenz wird hier die Staatsanwaltschaft für die Klärung der offenen Fragen sorgen müssen", schreibt Przybylla. Vier Stunden später distanziert sich die AfD-Kreisvorsitzende Janin Klatt-Eberle von den Äußerungen ihres Sprechers. Die Veröffentlichung sei inhaltlich nicht mit ihr und dem Vorstand abgestimmt gewesen. Das überrascht, gelten doch Przybylla und Klatt-Eberle eigentlich als Vertraute.

Der in der Mitteilung angegriffene Ex-Kreisvorsitzende Frank-Frieder Forberg, der weiterhin Geschäftsführer der Zwickauer AfD-Stadtratsfraktion ist, weist die Vorwürfe umfänglich zurück. "Es gibt nicht im Ansatz Anzeichen für Unregelmäßigkeiten", sagt Forberg, dessen Frau Andrea im fraglichen Zeitraum Schatzmeisterin der Kreis-AfD war. Die Kasse sei dem Landesverband am 20. Dezember 2017 ordentlich übergeben worden, wozu auch ein Übergabeprotokoll vorliege. Niemand habe es beanstandet, niemand sei später mit Fragen an den früheren Vorstand herangetreten. "Für mich ist dieses permanente Äußern von haltlosen Anschuldigungen eindeutig parteischädigendes Verhalten", sagt Forberg. (ael)

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