Agrargeschichte wird lebendig

Die Vorbereitungen auf das Jubiläum "70 Jahre Kreisbetrieb für Landtechnik" in Reinsdorf sind angelaufen. Früher haben dort Hunderte gelernt und gearbeitet. Auch der Bürgermeister des Ortes und der aus der Nachbarstadt.

Reinsdorf.

Dort, wo sich einmal der Kreisbetrieb für Landtechnik (KfL) befand, stehen heute Eigenheime im Wohngebiet "An der Wiesenaue". Ehemalige Hallen, beispielsweise die Mähdrescherhalle, gehören nun der Spedition Illig. Auf den ersten Blick erinnert also nichts mehr an den KfL. "Aber viele, die dort wie ich gelernt und gearbeitet haben, erinnern sich", sagt der Reinsdorfer Bürgermeister Steffen Ludwig.

Er berichtet, dass der Betrieb 1949 als Maschinen-Ausleihstation gegründet wurde. "Das war damals noch am Morgensternweg, wo sich heute der Bauhof der Gemeinde befindet. Später blieb dort nur die zentrale Berufsausbildung. Die Firma zog an die Kirchstraße. In den 1970er- und 1980er-Jahren haben etwa 300 Leute in dem Unternehmen gearbeitet", erzählt Ludwig, der dort Landmaschinenschlosser gelernt und später als Lehrausbilder gewirkt hat.

Aus der Maschinen-Ausleihstation wurde die Maschinen-Traktoren-Station, die Reparatur-Technische-Station und schließlich der Kreisbetrieb für Landtechnik. Nach der Wende entstand daraus 1990 die Maschinenbau und Landtechnik GmbH, die es bis 1997 gab. Peter Wappler, heute Abteilungsleiter Sanitär und Installation bei Richter und Frenzel im Reinsdorfer Gewerbegebiet, kann sich noch gut daran erinnern, dass Ludwig 1983 sein Lehrausbilder war. "Wir haben eine solide Ausbildung erhalten", sagt er. "Auch bei Mercedes Lueg in Zwickau und in anderen Unternehmen arbeiten heute Landmaschinenschlosser aus dem KfL." Tino Kögler, Bürgermeister der Nachbarstadt Wildenfels, hat ebenfalls seine berufliche Laufbahn mit einer Lehre im damaligen KfL begonnen.

Für Steffen Ludwig ist klar, dass das Jubiläum gefeiert wird. Er berichtet, dass es ab 11.August eine Ausstellung dazu im Heimat- und Bergbaumuseum Reinsdorf geben wird. "Wir haben schon viel Interessantes zusammengetragen. Geplant ist, über die Schau hinaus in der Gemeinde ein Archiv mit historischen Zeitzeugen des Unternehmens anzulegen", sagt Ludwig. Zu jenen, die am Ausstellungskonzept arbeiten, gehört Harley Wandrack. Der 65-Jährige hat von 1977 bis 1997 in dem Unternehmen als Schlosser, Dispatcher und im Bereich Handel gearbeitet. "Viele ehemalige Brigaden treffen sich bis heute", sagt er. "Und viele ehemalige Mitarbeiter sind auch unabhängig von ihrem heutigen Job den Landmaschinen treu geblieben. Ich beispielsweise habe eine Facebook-Seite zu DDR-Landmaschinen. Jens Gerber, mit dem ich früher an einer Werkbank gearbeitet habe, ist aktiv bei den Vielauer Luntenlausbum und widmet sich alten Traktoren. Wir freuen uns alle, dass es zum Jubiläum auch eine Veranstaltung mit ehemaligen Betriebsangehörigen im Vielauer ,Erlenwald' geben wird." Die ist für den 28. September, einen Sonnabend, geplant. Am Tag darauf finden dann eine Schau mit historischer Landtechnik und eine Rundfahrt mit historischen Traktoren und anderer Landtechnik statt.

Anlaufstelle für das Abgeben von historischem Material ist das Rathaus in Reinsdorf, Wiesenaue 41. Ansprechpartnerin ist Josie Lörler unter Ruf 0375 2741240 oder per Mail. oeffentlichkeit@reinsdorf.de

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