"Aktivisten" ist Buch gewidmet

Ein düsteres Kapitel DDR-Geschichte wird durch das Werdauer King-Zentrum in gedruckter Form aufgearbeitet.

Werdau.

Das Schicksal der Gruppe "Aktivisten der Freiheit" hat in der hiesigen Region viele Menschen berührt. Fünf junge Männer bezahlten ihre Zivilcourage und den Mut, ihre Meinung zu sagen, mit dem Leben. Sie wurden im März 1952 in Moskau erschossen. Angeklagt waren sie wegen Spionage und antisowjetischer Hetze. Eine Gedenktafel in Bronze am Feuerwehrgerätehaus Steinpleis erinnert an die mutigen jungen Männer.

Die Geschichte dieser Gruppe, zu der insgesamt zwölf Mitglieder aus dem Raum Zwickau/Werdau gehörten, hat Bernd Gerber, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Martin-Luther-King-Zentrum in Werdau, aufgearbeitet. Dabei halfen ihm viele Zeitzeugen aus der Region sowie aus den westlichen Bundesländern. "Und sie waren es auch, die sich wünschten, dass ein Buch über die Ereignisse entsteht."

Jetzt ist die Gelegenheit dafür da. Das King-Zentrum hat über den sächsischen Landtag Fördermittel für das Buchprojekt beantragt. "Es sind uns auch Gelder dafür bewilligt worden, aber eine Finanzierungslücke klafft doch noch. Hier hoffen wir auf die Unterstützung von Sponsoren", sagte Bernd Gerber. Das Buch über die "Aktivisten der Freiheit" soll in einer Auflage von 1000 Stück gedruckt werden. Zum Jahresende soll es erscheinen. Die Arbeiten dafür, die Bernd Gerber zusammen mit seiner Kollegin Claudia Möckel macht, haben begonnen. Gedruckt werden soll es in einem Verlag aus der Region. "Material ist genügend da. Die ,Aktivisten der Freiheit' waren die größte und aktivste Gruppe, die es seinerzeit in Ostdeutschland gab. Aber sie stehen für viele andere", sagte Bernd Gerber. 1113 Deutsche sind in Moskau unter dem stalinistischen System zum Tode verurteilt worden.

Das Martin-Luther-King-Zentrum ist unter 03761 760284 oder per E-Mail zu erreichen. info@martin-luther-king-zentrum.de

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