Alle Sturmschäden beseitigt

Sturm Herwarth und Orkan Friederike haben 17.000 Kubikmeter Schadholz hinterlassen. Ein neues Unheil kündigt sich bereits an.

Werdau.

Ein großer Kraftakt liegt hinter den Mitarbeitern von Sachsenforst und den beteiligten Firmen aus der Region: Sämtliche Sturmschäden im Werdauer Wald sind beseitigt worden.

Seit dem Sturm Herwarth im Oktober 2017 gab es im Forst keine normale Bewirtschaftung mehr. Zusammen mit dem Orkan Friederike im Januar fielen im Werdauer Wald 17.000 Kubikmeter Schadholz an. "Das sind über zwei Drittel des Schadholzanfalls im Forstbezirk Plauen und entspricht in etwa dem Jahreseinschlag in den zwei Landeswaldrevieren", sagt Ines Bimberg vom Staatsbetrieb Sachsenforst. Damit hatte es den Werdauer Wald innerhalb des Forstbezirkes Plauen wieder am stärksten getroffen, wie bereits 2007 zum Sturm Kyrill.

In der zurückliegenden Woche haben die Rückeunternehmen das letzte Sturmholz aus dem Werdauer Wald geholt. "Das meiste Holz konnte ohne Qualitätseinbußen verkauft werden. Allerdings muss Sachsenforst dieses Jahr circa 20 Prozent Mehrkosten für die schwierige Aufarbeitung, Rückung und Behandlung des Holzes gegen Pilzbefall aufbringen", sagt Bimberg.

Weitere ungeplante Arbeiten sind nun die Aufforstung der circa 25 Hektar großen Freiflächen, die der Sturm hinterlassen hat. Die größten Flächen liegen im Revier Leubnitz. "Die Pflanzung wird den Forstbezirk Plauen auch noch nächstes Jahr beschäftigen", erklärt die Sprecherin des Staatsforstes.

Diese Freiflächen bieten nach Aussagen der Expertin aber die Chance zum aktiven Waldumbau mit stabilen, standortgerechten Mischbaumarten. "Besonders auf den wechselfeuchten Standorten wächst die Fichte instabil und kippt bei Sturm um. Hier ist die Stieleiche der Baum der Zukunft." Auch die Privat- und Kommunalwaldbesitzer der Region haben nach Aussagen des Staatsforstes inzwischen das Schadholz auf den großen Sturmflächen beräumt.

Eine tickende Zeitbombe, so Bimberg, sind die vielen Einzelbrüche, die noch immer versteckt im Wald liegen. "Auf Grund der anhaltenden Trockenheit und den hohen Temperaturen finden die Borkenkäfer dieses Jahr optimale Brut- und Lebensbedingungen. Die Förster sind in Alarmbereitschaft", sagt Bimberg.

Der Sachsenforst appelliert an alle Waldbesitzer, ihren Bestand regelmäßig auf Schadholz durch den Borkenkäfer zu kontrollieren. "Befallene Bäume müssen schnellstens gefällt und aus dem Wald transportiert werden. Eine Alternative für befallene Einzelbäume ist das Abschälen der Rinde", rät die Expertin.

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