Als im Strandbad noch zelten erlaubt war

90 Jahre Kober: Ein Niederalbertsdorfer gehörte einst zu den ersten Campern auf dem Zeltplatz an der Talsperre. Noch immer zieht ihn das Wasser magisch an.

Niederalbertsdorf.

Wolfgang Körner aus Niederalbertsdorf ist vor wenigen Tagen 80 Jahre alt geworden und damit nur zehn Jahre jünger als die Koberbachtalsperre. Zu dem Naherholungsgebiet hat der Senior einen ganz besonderen Bezugspunkt. Im Kanusportverein, den es noch immer gibt, lernte Wolfgang Körner als Jugendlicher seine Liebe fürs Leben kennen. "Meine Monika war damals gerade 15 Jahre alt, ich 20. Es war Liebe auf den ersten Blick", sagt der Senior. Fünf Jahre später hat er seine Monika geheiratet. Die Ehe hält noch immer. "Wir sind jetzt 55 Jahre verheiratet. Das muss erst einmal jemand nachmachen", sagt die 75-Jährige.

Doch das ist nicht die einzige Erinnerung, die Wolfgang Körner mit der Talsperre verbindet. Aufgewachsen ist der 80-Jährige in Crimmitschau, doch schon als Jugendlicher zog ihn die Talsperre magisch an. "Als 14-Jähriger habe ich das erste Mal an der Talsperre gezeltet. Das war 1953. Damals gab es den Campingplatz noch nicht. Zelten war nur im Strandbad möglich. Das wurde 1930, ein Jahr nach der Fertigstellung der Talsperre, eingeweiht und privat betrieben. Der Chef hieß Bernhardt Laugkner. Er hatte das Bad für die Dauer von 25 Jahren von der Gemeinde Langenhessen gepachtet. An der Talsperre zu zelten, war etwas ganz Besonderes", erinnert sich Wolfgang Körner. 1955 wurde dann der noch heute existierende Zeltplatz eröffnet. Der junge Crimmitschauer zog mit seinem kleinen Zelt um und gehörte zu den Ersten, die sich auf dem Campingplatz heimisch fühlten. "Dort habe ich als Jugendlicher meine schönste Zeit verbracht. Damals ging es noch ruhig zu und ist mit heute nicht zu vergleichen", sagt der Senior. Fünf Jahre später, 1960, trat Wolfgang Körner in den Kanusportverein ein, der damals wie heute sein Domizil unweit des "Seehauses" hat. "Ich bin nicht nur begeisterter Schwimmer, sondern auch Wassersportler. Mit 20 Jahren hatte Körner sein erstes eigenes Faltboot und war der glücklichste Mensch der Welt. Im Kanusportverein konnte ich meinem Hobby nachgehen und auf dessen Gelände auch mein Zelt aufschlagen." Dort lernte er auch seine Monika kennen. "Ich war mit meinen Eltern regelmäßig dort. Der Verein war unser zweites Zuhause. Ich hatte an der Talsperre alles, was ich brauchte", blickt Monika Körner zurück.


Nachdem das Paar geheiratet hatte, kaufte es 1964 ein Grundstück in Niederalbertsdorf und baute sich dort ein eigenes Nest. Damit hatten die Körners die Talsperre quasi vor der Haustür. Noch immer zieht es den 80-Jährigen regelmäßig an die Talsperre. "Wenn es das Wetter erlaubt, gehe ich dort jeden Tag schwimmen. Das hält fit", sagt der Senior. Seine 80 Jahre sieht man ihm auch nicht an.

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