Alte Fotos wecken Erinnerungen

Das Oratorium "Elias" wird am Sonntag in Crimmitschau aufgeführt - mit viel mehr Mitwirkenden als in den 1920er-Jahren.

Crimmitschau.

Der Crimmitschauer Kantor Maximilian Beutner hat kurz vor der Aufführung des Oratoriums "Elias" einen besonderen Fund im Archiv gemacht. Er entdeckte zwei historische Fotos, die 1923 und 1929 entstanden sind. Damals wurde das imposante Werk schon einmal in der Stadt an der Pleiße aufgeführt. "Auffällig ist, wie klein Chor und Orchester sind - im Gegensatz zu unserer diesjährigen Aufführung", sagt der Kirchenmusiker. In den 1920er-Jahren wurde das Oratorium in der Laurentiuskirche aufgeführt. Im Gotteshaus war - wie die Aufnahmen beweisen - die Trennwand zwischen dem Kirchenraum und dem Chorraum noch nicht eingezogen. Am Sonntag erklingt das Oratorium dagegen in der Johanniskirche. Der Umzug war aus Platzgründen erforderlich. Fünf Solisten, 43 Orchestermusiker und 102Sänger passen nicht in den Altarraum der Laurentiuskirche.

Die Suche nach weiteren Informationen zu den beiden früheren Aufführungen des Oratoriums "Elias" in Crimmitschau war nicht von Erfolg gekrönt. Auch von den Sängern, die diesmal mitwirken, kann sich laut Beutner niemand erinnern, ob einst Eltern oder Groß- eltern am imposanten Werk mitgewirkt haben. "Man sieht, dass es schon damals eine große Kirchenmusiktradition in Crimmitschau gab, an die wir bis heute anknüpfen können", sagt Maximilian Beutner und denkt über eine Parallele zu den 1920er-Jahren nach. Damals präsentierte die Kantorei das Werk "Elias" zweimal innerhalb von sechs Jahren. Ist nach dem Konzert am Sonntag vielleicht eine weitere Auf- führung denkbar? Beutner: "Im Grunde schon. Die Aufführungen, die es 1923 und 1929 gab, sprechen ja auch dafür: Wenn so viel Aufwand betrieben wird, möchte man ein Stück nicht nur alle 90 Jahre erklingen lassen."

Die Vorbereitungen laufen bereits seit August 2017. Die Crimmitschauer Kantorei Laurentius/Luther probt mit der Zwickauer Paulus- kantorei am sogenannten "Elias"-Projekt. Beide Chöre studieren dieses Werk zum ersten Mal ein und führen es gemeinsam mit namhaften Solisten und der Vogtland-Philharmonie Greiz/Reichenbach auf. Die Sänger trafen sich jeden Dienstagabend. Zudem wurden drei komplette Wochenenden für Proben genutzt. "Ich bin sehr dankbar, dass gerade in den Kantoreien die Leute so mitziehen, da Mendelssohn - nicht unbedingt tonlich, aber vor allem stimmlich - schon hohe Ansprüche stellt", sagt Beutner, der sich auch als Dirigent gefordert sieht: "Es ist im Grunde eine romantische Oper mit diffiziler Orchestrierung, vie- len Tempowechseln und schwie- rigen Übergängen zwischen den Stücken."

Das Oratorium "Elias" von Felix Mendelssohn Bartholdy wird am Samstag, 17 Uhr in der Pauluskirche in Zwickau aufgeführt sowie am Sonntag ab 17 Uhr in der Crimmitschauer Johanniskirche. Eintrittskarten gibt es an der Abendkasse.

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