Alte Technik funktioniert noch tipptopp

In Mülsen findet am Samstag das Sächsisch-Thüringische Feuerwehr-Oldtimer-Treffen statt. Ausrichter ist die Jacober Wehr, die ihr 130-jähriges Bestehen feiert.

Mülsen St. Jacob.

Oldtimertreffen gibt es etliche in der Region. Doch am Samstag erwartet die Fans historischer Fahrzeuge ein besonderer Leckerbissen. Die Freiwillige Feuerwehr Mülsen St. Jacob lädt anlässlich ihres 130-jährigen Bestehens zum 21. Sächsisch-Thüringischen Oldtimer-Feuerwehrtreffen ein.

"Wir beteiligen uns bereits seit vielen Jahren an der Veranstaltung. Unser Jubiläum nehmen wir zum Anlass, das Treffen selbst auszurichten", sagt FFw-Mitglied Frank Graf, der zu den Organisatoren gehört. Er berichtet, dass die Freiwillige Feuerwehr am 1. Mai 1888 gegründet wurde. Auch ein Feuerwehrverein ist damals aus der Taufe gehoben worden. Den belebten die Jacober zur Jahrtausendwende wieder. Die Wehr bestand über all die Jahre. Sie zählt heute 31aktive Mitglieder, zwei davon sind Frauen. Der Jugendfeuerwehr gehören 14Mädchen und Jungen an. In der Alters- und Ehrenabteilung gibt es sechs Männer und zwei Frauen.

Besonders stolz sind die Jacober Kameraden auf ihre Greizer Landspritze von 1886, die in der Firma Julius Rohn hergestellt wurde. "Sie ist damit noch älter als unsere Wehr", sagt Frank Graf. Er vermutet, dass es nur wenige Wehren gibt, die historische Technik schon so lange in ihrem Besitz haben. Der Kessel der Handdruckspritze war Anfang der 1970er-Jahre von der damaligen Jugendfeuerwehr mit Penetriermittel behandelt worden. "In den 1990er-Jahren haben wir das Gerät dann gründlich renoviert", so Graf. Da seien die Originalfarben und der originale Schriftzug zum Vorschein gekommen, die man aufgefrischt und beibehalten hat. Graf gehört zu jenen Jacobern, die in ungezählten Stunden die alte Gerätschaft restaurierten und seither in Schuss halten. "Viele glauben gar nicht, dass sie noch einsatzfähig ist", sagt er. "Aber das werden wir beim Handdruckspritzenwettkampf beweisen. Unsere Spritze erreicht eine Reichweite von 30 Metern."

Graf weiß, dass die meisten Feuerwehrleute, die sich der historischen Technik widmen und zu den Treffen kommen, 60 Jahre und älter sind. "Bei uns ist das anders. Ich bin mit 56 Jahren der älteste", sagt er. André Franke beispielsweise ist 47Jahre alt und hat zwischen 1999 und 2004 mit weiteren Kameraden viel Zeit mit dem Restaurieren des Garant, Baujahr 1958, zugebracht. Das Fahrzeug, das früher zur Betriebsfeuerwehr "Martin Hoop" gehörte, glänzt wie neu. Es wird zwar nicht mehr zur Brandbekämpfung eingesetzt, fährt aber in so manchem Oldtimer-Korso oder Festumzug mit und ist bei den Kameraden auch als Hochzeitskutsche begehrt. Zum Jacober Oldtimerteam gehört auch Frankes Sohn Nico. Der 24-Jährige ist wie fast alle seine Verwandten bei der Feuerwehr aktiv und fasziniert von alter Technik.

Matthias Bender (28) steckt ebenfalls viel Freizeit in die Erhaltung der Technik und ist am Samstag auch mit dabei. Dann können sich die Besucher des Oldtimertreffens, das innerhalb der Jacober Kirmes neben dem Rathaus stattfindet, auf 26historische Feuerwehren und zehn Handdruckspritzen freuen, die dort ausgestellt werden. So ist Hohndorf mit einer von 1885 und der Waldenburger Ortsteil Schwaben mit einer von 1892 vertreten. Die Neukirchener Wehr kommt mit drei Fahrzeugen. Der Oldtimerkorso setzt sich 15.30 Uhr in Bewegung. Der Weg führt über die Jacober Hauptstraße abwärts und dann über die Jacobus-, die Ernst-Schneller- und die Vettermannstraße sowie die Nebenstraße zurück.


Festprogramm

Die Kirmes findet am Samstag auf dem zentralen Platz neben dem Verwaltungszentrum statt und wird vom SV Blau-Gelb Mülsen veranstaltet.

Das Oldtimer-Treffen wird 10 Uhr eröffnet. Ab 10.30 Uhr werden die Oldtimer und Teams vorgestellt. Ab 12Uhr gibt es eine Schauübung der Jacober Jugendfeuerwehr. 12.30 Uhr findet ein Handdruckspritzenwettkampf statt. 15.30 Uhr startet der Fahrzeugkorso.

Tanz mit der Band MRB-Live ist ab 20Uhr in der Turnhalle angesagt. Eintritt: 5 Euro.

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