Aufräumer bedenklich erfolgreich

Während sich Werdauer Jugendliche der Dreckecken in der Stadt annehmen, empfiehlt der Kreisschülerrat Kommunikation vor einem Klimastreik.

Werdau/Zwickau.

Innerhalb von zwei Stunden haben Werdauer Jugendliche Müll aus Gebüschen, von Wiesen und Parks der Stadt Werdau gesammelt. Etwa 20 Jugendliche im Alter von 12 bis 22 Jahren füllten rund 30 Säcke mit Unrat. Die Aktion, zu der die Werdauer Jugend-Projektgruppe "MitBestimmer" aufgerufen hatten, stand unter dem Motto "Fridays for future", einer weltweiten Bewegung am Naturschutz interessierter Jugendlicher. "Durch Schulstreik können wir zwar unsere Meinung zum Thema Klimapolitik zur Geltung bringen, doch gerade dadurch haben wir uns besonders in den letzten Wochen mit diesem Thema beschäftigt und überlegt, wie wir selber in unserer Stadt dafür tun können", sagte Nana Lou Drese von den "MitBestimmern."

Der Kreisschülerrat empfiehlt unterdessen Schülern, die an den Aktionen "Fridays for future" teilnehmen wollen, sich offiziell freistellen zu lassen oder Projekte etwa im Rahmen der politischen Bildung anzuschieben, die eine Teilnahme an den Kundgebungen für besseren Klimaschutz ermöglichen. "Es ist eine tolle Sache, sich dafür stark zu machen", sagte Vize-Kreisschülersprecherin Samira Hofmann (17) vom Berufsschulzentrum Meerane. Wer aber kein Okay von Lehrern oder von der Schulleitung bekommt, muss mit Konsequenzen rechnen, so die Information an die 21 Schülervertreter des Landkreises, die am Dienstag an der Vollversammlung im Zwickauer Rathaus teilnahmen. Unter Umständen könne man einen unentschuldigten Tag eingeschrieben bekommen oder auch eine Sechs, falls an dem Tag Arbeiten geschrieben werden. Sollten sich Schwierigkeiten anbahnen, will der Kreisschülerrat gern vermitteln.

Laut Sten Förster (17), Vorsitzender des Kreisschülerrates, ist bislang nicht bekannt, dass Schüler Schwierigkeiten bekommen hätten, weil sie in der Schulzeit demonstriert haben. Schulen würden aber sehr unterschiedlich auf die europaweite Streikaktion reagieren. Mancherorts werde die Aktion thematisch aufgegriffen, anderenorts totgeschwiegen. Der Protest wendet sich jedoch nicht gegen die Schule, daher sollte man versuchen, die Lehrer mit einzubeziehen, empfehlen die Schülersprecher.

Die größten Probleme, die die Schülervertreter bei der Vollversammlung vortrugen, sind nach wie vor der Lehrermangel und damit einhergehend der Unterrichtsausfall. Der Hohenstein-Ernstthaler Lessinggymnasiast Sten Förster bedauert, dass damit häufig auch Klassenleiterstunden wegfallen. Darin geht es nicht um stures Vermitteln, sondern diese sind für die Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern wichtig. "Lehrer erfahren dort eher etwas über die Probleme der Schüler", so der Kreisschülerratsvorsitzende. Bei zwei Workshops gab es gute Diskussionen. Einer behandelte das Thema illegale Drogen, der andere Veranstaltungsmanagement. "Wir wollten Anregungen geben, wie Schule mehr Freude machen, sogar ein Aushängeschild für einen Ort sein kann", sagte Förster.

Kreiselternsprecherin Doreen Urban-Kern, die am Dienstag Gast der Vollversammlung war, schätzt die Zusammenarbeit mit den Schülersprechern als sehr positiv ein, "das ist eine wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe."

Die Regionalgruppen Werdau und Zwickau von "Fridays for future" planen derweil für den 21. Mai eine erste Demonstration in Zwickau. (mit rdl/kru)

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