Aus Massi-Park im Zentrum von Werdau wird Lehrpark

Vier überdimensionale Elemente erhalten derzeit in der Grünanlage ihren Standort. Was hat es damit auf sich?

Werdau.

Eine Idee aus dem Jahre 2010 wird nun Realität: Der an die Rückseite des Rathauses angrenzende Massi-Park verwandelt sich in einen Lehrpark. Die Grünanlage, die 2007 angelegt wurde, soll künftig nicht mehr nur zum Entspannen und Verweilen einladen. Geplant ist ein generationsübergreifendes Physik- und Geometrieprojekt. Unter dem Motto "Längen schätzen - Räume begreifen" sollen in Anlehnung an die ehemalige Produktion von Präzisionsmessgeräten geometrische Gesetzmäßigkeiten anschaulich erklärt werden.

Wie das geschehen soll, darüber haben Vertreter der Stadtverwaltung und des Bildungswerkes der Sächsischen Wirtschaft (BSW) gemeinsam beraten und nahmen dabei auch den Park in Augenschein. Geplant wurden mehrere Objekte, die in der Grünanlage verteilt, ihre Standorte erhalten sollen. Inzwischen sind die Exponate fertig und sollen noch in dieser Woche aufgestellt werden. Zur Ursache, warum dieses Projekt so lange in Anspruch nahm, sagt Pressesprecher André Kleber: "Es mangelt in der Stadt selten an guten Ideen. In der Realisierung und Finanzierung haben unsere Pflichtaufgaben jedoch klar Vorrang, und das sind sehr viele."

Zu den Objekten im Lehrpark gehört unter anderem ein Würfel, der lediglich aus einem Rahmen besteht und begehbar ist. "Dabei sollen die Besucher eine Vorstellung bekommen, wie groß ein Kubikmeter ist", sagt Kleber. Gleiches trifft auf die geplanten vier Messlatten in unterschiedlichen Längen zu. "Die sind gedacht, um Höhen und Größen schätzen zu lernen." Projekt Nummer drei ist ein 1,50 Meter mal 1,50 Meter großes Quadrat. Ergänzt werden die aus Edelstahl bestehenden Objekte durch fünf Informationstafeln. "Der Park wird durch die Objekte nur seinen Charakter verändern, jedoch nicht seine Gestalt", sagt Kleber. Die Texte für die Tafel haben Schülerinnen, Schüler und Lehrer des Werdauer Gymnasiums zusammengestellt.

Für die Umsetzung des Vorhabens wird ein Teil des Preisgeldes verwendet werden, das die Stadt 2010 beim Innenstadtwettbewerb "Ab in die Mitte" gewonnen hat. Dabei gehörte die Umgestaltung des Massi-Parkes zu den vier Komplexen des Wettbewerbsbeitrages der Stadt, für den die Kommune den mit 30.000 Euro dotierten ersten Preis gewann. Realisiert wurde bereits der "Park der Generationen" am Brühl. Mit der Umgestaltung der ehemaligen Tuchfabrik an der August-Bebel-Straße, dem dritten Projekt, wurde ebenfalls begonnen. Auf Eis gelegt wurde das vierte zum Wettbewerbsbeitrag gehörende Vorhaben, die Wiederbelebung des ehemaligen Kinos "Central-Theater". Der Investor, der einst das Objekt erwarb, hatte seine Pläne nie umgesetzt.

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.