B 175: Baustelle - 21 Kilometer Umleitung

Die Straße zwischen Langenbernsdorf und Oberalbertsdorf wird ab Montag für drei Wochen voll gesperrt. Lkw-Fahrer müssen eine längere Strecke zurücklegen. "Freie Presse" hat die Umleitung vorab getestet.

Langenbernsdorf.

Die Einwohner von Langenbernsdorf haben sich fast schon daran gewöhnt, dass irgendwo im Dorf eine Straße wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Mehrere Monate war beispielsweise die Hauptstraße dicht, weil die Stützmauer entlang des Mühlbaches erneuert wurde. Über den Stöckener Bach wurde eine Brücke saniert. Dafür war die Trünziger Straße bis vor wenigen Wochen voll gesperrt. Am Montag beginnt eine neue Baustelle. Die Bundesstraße 175, eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Sachsen und Thüringen in der Region, wird für circa drei Wochen voll gesperrt. Zwischen Ortsausgang von Langenbernsdorf und Niederalbersdorf wird nach Auskunft des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr auf einer Länge von einem Kilometer die Fahrbahndecke erneuert. Bis zur Schule ist die Straße frei, in entgegengesetzter Richtung bis zum Gewerbegebiet.

Während der Bauzeit wird der Lkw-Verkehr großräumig umgeleitet. An den wichtigsten Stellen stehen bereits die Umleitungsschilder oder liegen noch umgedreht am Straßenrand. "Freie Presse" hat vorab den Test gemacht und ist die Umleitungsstrecke abgefahren.

Wer aus Richtung Zwickau über die B 175 kommt, wird bereits in Werdau an der Ronneburger Straße auf die Westtrasse geleitet. Von da geht es auf der S 289 in Richtung Crimmitschau. Die Straße ist neu, der Verkehr fließt zügig. 100 km/h sind die ersten drei Kilometer erlaubt. Wer Pech hat, sieht an der Ampel an der Anschlussstelle Langenhessen Rot und muss die Fahrt kurz unterbrechen. Auch danach geht es nur mit reduzierter Geschwindigkeit weiter. Die Fahrbahn ist eingeschränkt. Schuld daran ist ein seit Anfang des Jahres abgerutschter Hang. Davon ist inzwischen nicht mehr viel zu sehen. Die Schadstelle ist mit Unkraut zugewuchert und soll nach Aussagen des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr irgendwann im Herbst beseitigt werden. So lange bleiben die Einschränkungen auf der Fahrbahn aufrechterhalten. Weiter geht die Fahrt in nördliche Richtung bis zum Kreisverkehr in Neukirchen. Von dort führt die ausgeschilderte Umleitungsstrecke dann durch Langenreinsdorf. Das Dorf zieht sich in die Länge. An mehreren Stellen im Ort sind nur 30 km/h erlaubt. Das heißt: Fuß vom Gas und sich auf die Straße konzentrieren. An einigen Abschnitten entlang der Ortsdurchfahrt fehlt der Fußweg. Für jemand, der ortsunkundig ist und sich auf den Verlauf der Straße und die Ausschilderung konzentriert, ist Vorsicht geboten.

Der eine oder andere Lkw-Fahrer wird sich spätestens in Höhe des Pflegeheimes fragen, ob er noch auf der richtigen Strecke ist. Das nächste Umleitungsschild steht erst wieder am Ortsausgang. Zwischen Langenreinsdorf und dem sich anschließenden Ort Mannichswalde ist es nur ein kleines Stück. Richtig auf das Gas zu treten lohnt sich nicht. Auch durch Mannichswalde schlängelt sich die S 294. Ein ähnliches Bild wie in Langenreinsdorf. An einigen Stellen ist die Geschwindigkeit zeitweise auf 30 km/h reduziert. Nach dem Ortsausgang geht es zügig in Richtung Seelingstädt weiter. Links führt eine Abzweigung nach Blankenhain. Ein Schild weist den Weg zum Deutschen Landwirtschaftsmuseum. Nur wenige Lkw-Fahrer werden es wahrnehmen und wenn, dann kaum beachten. Wenige Meter später biegt eine kleine Straße nach Großpillingsdorf ab. Danach beginnt Thüringen. An der Landesgrenze wird aus der S 294 die L 1294. Gut 800 Meter weiter, an der Kreuzung Ronneburger Straße, verläuft die Umleitungsstrecke nach links. An dieser Stelle dürften Lkw-Fahrer ins Grübeln kommen. Auf Thüringer Seite ist eine weitere Umleitung der B 175 in Richtung Weida über die L 1081 nach Vogelsang, Rückersdorf und Linda ausgewiesen. Grund dafür ist eine Vollsperrung der B 175 in Berga. Wer jedoch wieder in Richtung Langenbernsdorf will, muss durch Seelingstädt den Umleitungsschildern nach Chursdorf folgen. Kurz nach Ortseingang gabelt sich die Straße und geht als Ronneburger Straße beziehungsweise die Werdauer Straße weiter. Ist nach gut einem Kilometer in Chursdorf die B175 erreicht, endet dort die offizielle Umleitung. Bis nach Oberalbertsdorf zum Gewerbegebiet sind es nur ungefähr zwei Kilometer. Das Fazit: Die Umleitungsstrecke ist 21 Kilometer lang. Die zusätzliche Fahrzeit beträgt 19 Minuten.

Von der Umleitung nicht betroffen ist der Schülerverkehr. "Für die Busse wird eine extra Strecke eingerichtet", sagt Jörg Büchel vom Straßenverkehrsamt in der Kreisverwaltung. Ortskundige Pkw-Fahrer werden über Niederalbersdorf ausweichen, auch wenn die Route nicht als offizielle Umleitung gilt. Die Strecke, die unter anderem auch an der Koberbachtalsperre vorbeiführt und dort mehrere Engstellen aufweist, ist für Lkw gesperrt. Warum die B 175 erst jetzt, wenige Tage nach den Ferien, saniert wird, begründet Büchel mit zahlreichen Baustellen im Umfeld, die in den zurückliegenden Wochen realisiert wurden. Außerdem, so der Verkehrsexperte im Landratsamt, könnten nicht alle Straßenbaumaßnahmen nur in den Ferien erfolgen.

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