"Badewanne" feiert runden Geburtstag

Crimmitschau beging am Wochenende den 150.Geburtstag des Sahnbades. Dazu hatten die Organisatoren der Sause ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt.

Crimmitschau.

Es gibt nicht viele Bäder, die auf eine 150-jährige Tradition verweisen können. Das Crimmitschauer Sahnbad ist eines davon. Grund genug, das am Wochenende ausgiebig zu feiern - und zwar mit, am, im, auf und unter Wasser.

Am Sonnabend spielte das Wetter noch nicht so recht mit. Den Mannschaften, die beim Junior-Cup des DRK an den Start gingen, dürften die moderaten Temperaturen aber ganz recht gewesen sein. Zur Freude der Organisatoren wurde bei der inzwischen 22. Auflage der Veranstaltung der noch aus dem Jahr 2001 stammende Teilnehmerrekord eingestellt. "In den verschiedenen Alterskategorien sind 23 Teams an den Start gegangen. Mit von der Partie waren Schulklassen, Jugendfeuerwehren und natürlich Ortsvereine des DRK. Sie alle haben wirklich tolle Leistungen gezeigt", fasste Thomas Schreiber, DRK-Verantwortlicher für die Kinder- und Jugend- arbeit im Kreisverband Zwickauer Land, zusammen. Der 61-Jährige hat seit 22 Jahren den Hut für die Ausrichtung des Junior-Cups auf und ist noch immer mit Begeisterung bei der Sache. "Es macht mir einfach Spaß zu sehen, mit welchem Eifer und Ehrgeiz die jungen Leute hier agieren", sagte er. In der "Königskategorie", der Jugend Stufe 2, gab es einen Heimsieg. Die Mannschaft der Wasserwacht Crimmitschau hatte die Nase vorn, holte sich den Wanderpokal und einen Gutschein für einen Tagesausflug in den Freizeitpark Plohn.


Der wesentlich sonnigere Sonntag lockte dann gleichermaßen Wasserratten und Schaulustige an. Wer nicht sofort ins kühle Nass springen wollte, konnte den Mitgliedern des Crimmitschauer Schiffsmodellsportvereins über die Schultern schauen. "Für uns ist das etwas ungewohnt, denn die Bedingungen sind deutlich anders als auf unserem Fahrgewässer in Gablenz. Es gibt hier kürzere Wellen als auf dem Teich. Das wirkt sich insbesondere auf das Fahrverhalten der kleineren Modelle aus", sagte der 81-jährige Horst Golchert. Wer hingegen einmal einen Ausflug unter die Wasseroberfläche unternehmen wollte, konnte das beim Tauchclub "Manta" tun. Der Verein bot Schnuppertauchgänge an. Einen völlig anderen Umgang mit Wasser zeigte eine Truppe der Rudelswalder Feuerwehr. Bei einem nicht tierisch ernst zu nehmenden Brandeinsatz mit historischer Technik versuchten sie, eine Attrappe des alten Roten Turmes zu löschen. Und natürlich nutzte auch Wassergott Neptun mit seinem Gefolge die Gelegenheit zu einem Abstecher ins Sahnbad.

Nicht nur Schaulustige und Wasserratten aus Crimmitschau und dem näheren Umland zog es am Wochenende ins Sahnbad. Zu den Besuchern gehörte auch der 66-jährige Thomas Weber aus Jena. "Ich habe als Kind hier in der Nähe gelebt und konnte schon als Dreijähriger schwimmen. Noch bevor ich in die Schule gekommen bin, sind wir dann aber nach Thüringen gezogen. Seither war ich nicht wieder hier im Sahnbad." Wenn er aber in seinen Erinnerungen kramt, hätte sich - abgesehen von einigen positiven Errungenschaften der Neuzeit - am Erscheinungsbild nicht viel verändert. "Warum auch, es ist meiner Meinung nach ein tolles Bad. Kein Schnickschnack, sondern Natürlichkeit und ein Platz zum Wohlfühlen", sagte er.

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