Bahnhof: Kommune will Investor mit Platz in der Chronik locken

Nachdem die Verträge mit den letzten Kaufinteressenten im Papierkorb gelandet sind, beginnt die Suche von vorn. Mit einer neuen Strategie.

Crimmitschau.

Bei der Suche nach einem Investor für den Bahnhof setzt die Stadtverwaltung Crimmitschau auf professionelle Unterstützung: Der Komplex wird vom Immobilien-Center der Sparkasse Zwickau im Internet angeboten - mit der Überschrift "Schreiben Sie ein Stück Stadtgeschichte" und vier Ausrufezeichen.

Interessenten, die sich in den vergangenen Jahren mit dem Baudenkmal beschäftigt haben, werden wohl nicht in der Stadtchronik auftauchen. Der Grund: Die Stadträte mussten am Bahnhof zweimal die Notbremse ziehen. Die Zusammenarbeit mit dem Apotheker Frank Hoff wurde im Dezember 2014 beendet, weil sich zuvor die Termine für den Beginn der Sanierung immer wieder verschoben hatten und die Auszahlung von Fördermitteln gefährdet war.

Im März 2018 landeten die Vertragsentwürfe für den Verkauf an Jürgen Rehse und Annette Heimrich, Geschäftsführer einer in Sangerhausen ansässigen Firma, im Papierkorb. Die Unternehmer zögerten zu lange mit den Unterschriften unter dem Kaufvertrag und ließen die von der Stadt gesetzten Fristen verstreichen. In beiden Fällen war der Umbau zu einem Gesundheitsbahnhof angedacht - mit Arztpraxen, Physiotherapie und Sanitätshaus.

Nachdem in der Vergangenheit stets der Einzug von Firmen aus der Gesundheitsbranche favorisiert wurde, soll es nun für potenzielle Investoren wieder mehr Gestaltungsspielraum am Bahnhof geben. Oberbürgermeister André Raphael (CDU) und Wirtschaftsförderin Andrea Beres sprechen nicht mehr von einem Gesundheitsbahnhof. "Wir sind hinsichtlich der Nutzungsideen offen", sagt Andrea Beres. Sie informiert, dass die Stadt als Eigentümerin des Gebäudes wieder mit den Firmen in Kontakt tritt, die sich schon früher für den Bahnhof interessiert haben. Durch die Unterstützung aus dem Immobilien-Center der Sparkasse sollen auch neue Interessenten angesprochen werden. Die Zusammenarbeit mit dem Kreditinstitut ist zunächst bis zum Jahresende vereinbart. Ob die Aussicht auf einen Platz in der Stadtchronik Investoren lockt, bleibt abzuwarten.

Der Bahnhof gehört seit Ende 2012 der Stadt. Der damalige Oberbürgermeister Holm Günther (Für Crimmitschau) hatte ihn bei einer Auktion für 10.000 Euro erworben. Danach wurden mithilfe von Fördermitteln rund 276.500Euro in die Sanierung von Dach und Fassade gesteckt. Auch der Vorplatz wurde aufgewertet. Für 74.000Euro steht der Bahnhof nun zum Verkauf.

Einen anderen Weg will die Stadt Werdau mit ihrem Bahnhof gehen. Der Stadtrat hat den Abriss des 1845 eröffneten Gebäudes beschlossen. Es soll ein moderner Haltepunkt entstehen, an dem sich Bahn und Nahverkehr vernetzen.

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