Ballsportzentrum in Verzug

Statt im Sommer 2021 wird der Neuplanitzer Hallenkomplex jetzt frühestens Ende 2024 fertig. Ein Rechtsstreit hat den Zeitplan ausgehebelt.

Zwickau.

Eigentlich hätte ab Sommer 2021 Bundesliga-Handball und Basketball im Neuplanitzer Ballsportzentrum stattfinden sollen. Stattdessen wäre man jetzt froh, wenn man zu dem Zeitpunkt erst einmal den Spatenstich hinbekommt. Der Bau des Hallenkomplexes verzögert sich immens. Als Gründe nannte der Bauherr, die Gebäude- und Grundstücksgesellschaft Zwickau (GGZ), einen Rechtsstreit sowie ausstehende Fördermittel. Ob der Verzug auch Auswirkungen auf die Gesamtkosten hat, ist noch unklar. Der Hallenkomplex war vor mehr als zwei Jahren mit 13,5 Millionen Euro Baukosten veranschlagt worden, von denen die Stadtverwaltung und das Land Sachsen je die Hälfte tragen.

Die GGZ, die von der Stadt im Februar 2017 mit dem Bau beauftragt worden ist, hatte offenbar lange Zeit mit einem Rechtsstreit zu kämpfen. Bei einer der ersten Ausschreibungen 2018 war ein Architekt nicht zum Zuge gekommen und hatte daraufhin Widerspruch eingelegt, sagt GGZ-Sprecher Steven Simmon. Anschließend hätten Nachprüfungen durch die Leipziger Vergabekammer zu massiven Verzögerungen geführt, die sich auch auf die weiteren Fachplanungen ausgewirkt haben sollen. Im April 2019 habe schließlich die Sächsische Aufbaubank (SAB) mitgeteilt, dass für die laufende Förderperiode kein Geld vorhanden sei. Deshalb heißt es für die GGZ nun Warten. Vor zwei Wochen wurde schließlich ein neues Vergabeverfahren gestartet. Statt wie einst geplant im April 2019 könne der Bau jetzt bestenfalls im dritten Quartal 2021 beginnen. Mit einem Abschluss der Arbeiten rechnet die GGZ nicht vor Ende 2024.

Die SAB bestätigt im Wesentlichen die Angaben. Man habe eben kein Fördergeld einplanen können, weil die GGZ immer wieder um Verschiebung gebeten habe, sagte SAB-Sprecherin Beate Bartsch. Eine feste Zusage, dass das Geld 2021 kommt und der Bau beginnen kann, gibt die SAB nicht ab. Das hänge einerseits davon ab, ob die GGZ ihren Antrag auf Förderung rechtzeitig fertig bekomme, und andererseits, welche anderen Förderanträge aus dem Freistaat für 2021 eingehen. Also steht auch hinter dem neuen Zeitplan weiter ein Fragezeichen.

Das trifft vor allem die künftigen Nutzer des Sportkomplexes. Neben Schulsport sollen darin vier Vereine ihre Wettkampfspiele austragen. Geplant ist, eine bundesligataugliche Halle für Handball mit bis zu zu 1500 Zuschauerplätzen neu zu bauen. Anschließend wird die bestehende Sporthalle Neuplanitz saniert. Darin soll dann Basketball stattfinden. Beide Hallen sind über einen ebenfalls neu zu bauenden Verbindungstrakt aneinander gekoppelt.

Der BSV Sachsen Zwickau, der SV Chemie, der ZHC Grubenlampe und der BSC Rollers werden sich noch eine Weile in Geduld üben müssen. Dort nimmt man die Botschaft sachlich auf. "Wir wurden über die Verzögerungen informiert", sagt Christian Meyer, der Vorstandschef des ZHC. "Prinzipiell ergeben sich für uns keine negativen Änderungen bei unseren Planung, da wir davon ausgehen, dass unsere Trainings- und Spielzeiten weiterhin Bestand haben werden." Die Rollstuhlbasketballer hätten sich einen schnelleren Umzug gewünscht. "Für uns ist es momentan in Mosel schwer", sagt Präsident Jürgen Wicka. "Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man nicht dorthin. Und Zuschauer kommen auch nur noch halb so viele wie früher am Scheffelberg." 150 bis 200 Besucher habe man pro Heimspiel weniger als vorher in der Scheffelberghalle. Wicka lobt ausdrücklich die Bemühungen der Stadtverwaltung, dem Verein gute Bedingungen zu bieten. Nur sei eben jedes weitere Jahr, das man bei niedriger Zuschauerkulisse und schwieriger Anfahrt in Mosel verbringt, eine wahre Herausforderung.

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