Bandjubiläum: Musiker treffen Fans der ersten Stunde

Seit 25 Jahren stehen die Mannen von SK5 jetzt auf der Bühne. Aus diesem Anlass gab es am Samstag in der "Neuen Welt" eine große Geburtstagsfete. Einige mussten bis zuletzt zittern, um überhaupt bei dem Konzert dabei sein zu können.

Zwickau.

Wenn schon den 25. Geburtstag feiern, dann richtig. Das sagten sich die Musiker der Band SK 5 und luden für Samstag zu einer großen Party ins Zwickauer Konzert- und Ballhaus "Neue Welt" ein.

Die Fans ließen sich nicht lange bitten und sorgten mit 1300 Besuchern für ein ausverkauftes Haus. Dabei hatten freilich nicht alle das Glück, auf Anhieb eine Karte zu ergattern. Für Anja Ziegler-Platt wäre beinahe an der Eingangstür Schluss gewesen. "Zwar stamme ich von hier, lebe aber mittlerweile in Hameln." Die 49-Jährige arbeitet als Lehrerin und hat nur zwei Tage winterfrei. "Diese Zeit nutze ich meist, um mit meiner Schwester Gerit - sie wohnt in Schöneck - Ski zu fahren. Meine Schwester hatte eine Karte für das Konzert. Ich bin in der vagen Hoffnung mitgegangen, vielleicht doch irgendwie reinzukommen", berichtete sie. Und die Wahlniedersächsin hatte wirklich das nötige Glück auf ihrer Seite - eine einzige Karte lag noch an der Kasse. "Das war natürlich super. Andernfalls hätte ich wahrscheinlich unsere Mutter zum Italiener eingeladen." Trotz aller Schwesternliebe stand für Gerit Gläsel (44) fest, dass sie den Abend definitiv in der "Neuen Welt" verbringen würde - im Notfall auch ohne ihre Anja. "SK 5 kenne ich schon seit meiner Studienzeit. Auch an den ersten Auftritt der Band beim Hochschulfasching erinnere ich mich noch. Heute freue ich mich nicht nur auf fetzige Partymusik, sondern auch darauf, vielleicht den einen oder anderen Kommilitonen von damals zu treffen."

In den zurückliegenden Jahren habe sie öfters die Möglichkeit genutzt, einen Auftritt der Gruppe zu erleben. "Die Jungs machen einfach eine tolle Musik und sorgen für Stimmung." Eine Sache hob Gerit Gläsel besonders hervor: Bei allem Erfolg seien SK 5 immer bodenständig geblieben.

Unnahbarkeit ist für die Mannen um Band-Chef Gunnar Tichy ein Fremdwort. "Auch wenn wir tierisch viel Spaß dabei haben, machen wir die Musik nicht für uns, sondern für unser Publikum. Mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, auf ihre Wünsche einzugehen und im sprichwörtlichen Sinne Musiker zum Anfassen zu sein, ist für uns eine Selbstverständlichkeit", sagte Tichy, der vielen Westsachsen als Redaktionsleiter von "Radio Zwickau" bekannt sein dürfte.

Lob von einer ganz anderen Seite kam am Sonnabend von Tichys Radiokollegen André Hardt, der die Moderation übernommen hatte. "Wenn es eine Band schafft, sich so tief in die Herzen der Fans reinzuspielen, Spaß und Stimmung von der Bühne ins Publikum zu transportieren und das nun schon seit 25 Jahren, dann ist das etwas wirklich Besonderes. Und ich als Rundfunkmensch weiß, wovon ich rede", sagte er.

Auch die Fans in der "Neuen Welt" zeigten sich begeistert: "Wie Klassentreffen und Speeddating in einem", "Mega-Abend!" oder "war wieder super schön mit Euch", schrieben sie im Anschluss an das Jubiläumskonzert auf der Facebook-Seite der Band.

Die Erfolgsgeschichte von SK 5, früher Schwarzkittel five, hatte einst als simpler Faschingsspaß an der Pädagogischen Hochschule begonnen. Weil zu dieser Zeit die "Prinzen" gerade hoch im Kurs standen, fanden es die sechs Studiosi witzig, sich in ähnlicher Form zu präsentieren. Nach lediglich zehn Stunden gemeinsamen Probens - es sollte ja ohnehin nicht mehr als ein Gag sein - traten sie zum Karnevalsauftakt 1991 mit einem Medley aus gängigen DDR-Songs ins Scheinwerferlicht. Inzwischen standen SK 5 bereits im Vorprogramm von Udo Lindenberg, den Puhdys, Karat oder Silbermond auf der Bühne. Bei der Leipziger Olympiabewerbung traten sie sogar vor 60.000 Zuhörern auf.

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