Beifall für "Heilige Johanna"

Das verblüffend aktuelle Stück von Bertolt Brecht ist beim Zwickauer Premierenpublikum im Malsaal auf Begeisterung gestoßen.

Zwickau.

Mit viel Applaus hat das Premierenpublikum des knapp dreistündigen Spektakels "Die heilige Johanna der Schlachthöfe" am Freitag die hervorragenden Leistungen des Schauspielensembles des Theaters Plauen-Zwickau honoriert.

Generalintendant und Schauspieldirektor Roland May hat die Regie des selten gespielten Stücks von Bertolt Brecht übernommen. Seine Inszenierung konfrontiert die Zuschauer mit verblüffender Aktualität des 1931 entstandenen Stücks und regt zum Nachdenken über die Gewinner und die Verlierer in der Gesellschaft an. Anna Striesow als Johanna Dark leuchtet regelrecht von innen, als sie von Gott und ihrem Glauben an das Gute im Menschen spricht. Doch ihr Leuchten erlischt, sie selbst wird zur Heiligen stilisiert und missbraucht.


Das von Oliver Kostecka erschaffene Bühnenbild lässt deutlich erkennen, wer oben und wer unten ist. Die vier Containern ähnelnden Spielräume auf zwei Ebenen bieten beim Schließen eine großformatige Fläche für Videoaufnahmen. Das Publikum im Malsaal fühlt sich mittendrin im Geschehen, aus dem es kein Entrinnen gibt. "Es war meine erste große Rolle mit so viel Text, und ich habe jedes Wort genossen", verriet die vor Glück strahlende Anna Striesow beim Premierenempfang. Ihr Kollege Theo Plakoudakis, der den Fleischkönig Mauler verkörperte, verriet, dass er die Premiere in Zwickau wegen einer Nebenhöhlenentzündung nicht so genießen konnte wie die in Plauen. "Ich höre im Moment auf dem rechten Ohr nichts, aber meine Stimme höre ich doppelt. Aber bis zur nächsten Vorstellung soll alles wieder gut sein."

Die nächste Aufführung des Stücks Die heilige Johanna der Schlachthöfe" ist für Samstag angekündigt. Beginn: 19.30 Uhr im Malsaal, Katharinenstraße 7 in Zwickau.

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