Bienenpest: Imker bangen wieder um ihre Völker

In einem Bienenstand in Saupersdorf ist die Amerikanische Faulbrut festgestellt worden. Bereits zwischen 2014 und 2017 hatte es im Kreis Zwickau neun Sperrbezirke wegen der Krankheit gegeben. Jetzt ist sie zurückgekehrt.

Zwickau/Saupersdorf.

Die Amerikanische Faulbrut ist zurück im Kreis Zwickau. Wie das Veterinäramt des Landkreises am Mittwoch mitteilte, wurde die Bienenpest in einem Bienenstand im Kirchberger Ortsteil Saupersdorf festgestellt - für Imker, die in der Gegend Bienenstöcke haben, eine Katastrophe.

Im Umkreis von drei Kilometern um das Seuchenobjekt wird jetzt ein Sperrbezirk gebildet, der die Stadt Kirchberg, die Ortsteile Saupersdorf, Burkersdorf und Leutersbach, die Gemeinde Hartmannsdorf und den südlichen Teil des Ortsteils Weißbach von Langenweißbach umfasst. "Für diesen Sperrbezirk gilt, dass alle Bienenvölker und Bienenstände unverzüglich durch Bienensachverständige auf bösartige Faulbrut zu untersuchen sind", sagte Landkreis-Sprecherin Ilona Schilk.


Für die Imker in diesem Gebiet gelten nun bis auf weiteres strenge Auflagen. Sie dürfen Bienenstände nicht von ihrem Standort entfernen. Völker, lebende oder tote Tiere, Honig zur Verfütterung an Bienen, Bienenwohnungen und benutzte Gerätschaftendürfen laut Veterinäramt nicht aus den Bienenständen entfernt werden. Auch Wachs und Wabenteile unterliegen dem Bann, es sei denn, sie werden an wachsverarbeitende Betriebe abgegeben, die über Einrichtungen zur Entseuchung verfügen. Wie viele Imker mit wie vielen Völkern es in dem Sperrbezirk mit den Auflagen trifft, war am Mittwoch auf Anfrage im Landratsamt zunächst nicht zu erfahren. Christine und Hans-Jürgen Neß aus demSaupersdorfer Sperrbezirk, die 15Völker haben, gehören zu den Imkern, die jetzt um ihre Bienen bangen. "Auf unserem Hof gibt es schon seit mehr als 80Jahren Bienen. 2015 ist erstmals ein Volk mit der Amerikanischen Faulbrut infiziert worden", sagte Hans-Jürgen Neß. "Anschließend haben wir konsequent saniert. Wir achten peinlich genau auf Hygiene, haben vom Veterinäramt ausgestellte Gesundheitszeugnisse für alle unsere Völker."

Das Paar ärgert sich, dass es nun unter den nötigen Auflagen leiden muss - ebenso wie die anderen Mitglieder im Imkerverein Kirchberg und Umgebung 1886, deren Völker im Sperrbezirk stehen. Es hofft, dass die sich die Faulbrut, die schnell erkannt wurde, nicht weiter ausbreitet. Mit der Gefahr dieser Krankheit müssen Bienenzüchter immer leben. Darauf hatte auch das Landratsamt hingewiesen, als es am 20. April 2017 nach dem vorigen Ausbruch alle Sperrbezirke aufhob. "Es handelt sich bei den Erregern um ein Sporen bildendes Bakterium, das in der Umwelt Jahrzehnte überdauert", schrieb damals das Veterinäramt. Menschen sind übrigens wegen der Bienenkrankheit nicht in Gefahr.

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