Blankenhainer Verein ehrt zwei frühere "Knast-Minister"

Der Faschingsclub Blankenhain zeichnet Rolf Ahnert und Christian Schmidt aus. Beide waren nicht nur auf der Bühne im Einsatz.

Blankenhain.

In ihrer aktiven Zeit haben Rolf Ahnert und Christian Schmidt zu den "Knast-Ministern" beim Faschingsclub Blankenhain (FCB) gehört. Sie schickten Besucher - mit einem Augenzwinkern - hinter Gitter. Im Saal stand sogar ein selbst gebauter Käfig. "Von den Frauen gab es oft den Wunsch, dass wir ihre Männer eine halbe Stunde länger wegsperren sollen. Da hatten sie ihre Ruhe, an der Bar und beim Tanzen", sagte Rolf Ahnert. Christian Schmidt ergänzt: "Wer das Gefängnis verlassen wollte, musste dem Elferrat eine Bierrunde bezahlen."

Über diese und weitere Episoden haben die beiden Ruheständler am Sonntagnachmittag zum Seniorenfasching im Vereinshaus "Lindenhof" des Crimmitschauer Ortsteils Blankenhain geplaudert. Dort wurden sie als neue FCB-Ehrenmitglieder berufen. "Sie waren in den Anfangsjahren des Faschings in Blankenhain mit dabei, wirkten bei Männertänzen, Sketchen und Publikumsspielen mit", sagte Vereinschef Gerd Klotzek. Ahnert bereitete die ersten Veranstaltungen vor einem halben Jahrhundert mit vor. Chris- tian Schmidt ist wenige Monate später zum Dorfclub, der sich damals um die Organisation gekümmert hat, gestoßen. Anfang der 1990er-Jahre zogen sich die beiden Männer von der Bühne zurück. "Sie haben als treue Gäste stets zur Stange gehalten", sagte Gerd Klotzek. Und wenn - bei den Vorbereitungen oder beim Aufräumen - helfende Hände benötigt werden, packen Rolf Ahnert und Christian Schmidt mit an. Sie sehen die Ehrenmitgliedschaft auch als Wertschätzung für das Engagement in der Anfangszeit. "So eine Auszeichnung geht schon irgendwie an die Nieren", räumte Christian Schmidt ein.

Egal ob Vergangenheit oder Gegenwart: Die Narren in Blankenhain müssen Herausforderungen meistern. Das ist den Ehrenmitgliedern bewusst. Zu DDR-Zeiten sei die Beschaffung von Material und Requisiten schwierig gewesen. "Wir mussten die Papierschlangen zum Teil mit Fotoscheren herstellen", sagte Schmidt. Heute kann alles bestellt und gekauft werden, aber das Ehrenamt muss mit Familie und Beruf unter einen Hut gebracht werden. Schmidt weiß: "Das ist vor allem für Schichtarbeiter nicht immer leicht."


Im Bonbonregen gab es keine Verlierer

Ein besonderes Lob haben die Mitglieder des Faschingsclubs von den Mädchen und Jungen aus der vierten Klasse der Grundschule in Blankenhain bekommen. Sie fassten ihre Eindrücke nach einer Faschingsparty zusammen.

Darin heißt es: "Die Mitglieder hatten sich für uns ein tolles Programm ausgedacht. Die Kindertanzgruppe zeigte ihr Können und brachte uns schnell in Stimmung. Wir traten in lustigen Spielen gegen unsere Mitschüler an. Keiner konnte lange auf seinem Platz sitzen bleiben. Der Bonbonregen sorgte dafür, dass es keinen Verlierer gab. Unsere Lehrer nahmen an den Spielrunden teil. Es ist super, dass die Mitglieder ihre Freizeit für uns Schüler opferten und einen ereignisreichen Vormittag gestalteten."

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