Blattdrachen zieht die Blicke auf sich

Der Landlustverein hatte wieder zum Himmelsspektakel eingeladen. Und auch der Wind spielte mit. Wenigstens zeitweise.

Lauterbach.

Es war zwar kein Bilderbuchwetter zum Drachenfest in Lauterbach, aber für viele Gäste trotzdem ein Erfolgserlebnis. Der Wind reichte, zumindest zeitweise, um die mitgebrachten Flugobjekte gen Himmel steigen zu lassen.

Mit Andreas Napravnik aus Neukirchen war auch wieder ein echter Drachen-Profi mit einer reichlichen Auswahl an Flugobjekten am Start. Für fast jede Windstärke hat er bei solchen Veranstaltungen Drachen mit dabei. Diesmal war es unter anderem ein sogenannter Rokkaku-Drachen in Form eines Weißkopfadlers, ein Skulpturendrachen in Form einer Robbe und ein roter Blattdrachen. Während sich der Weißkopfadler und der Blattdrachen wacker am Himmel hielten, war für die Robbe nicht genügend Wind da.

Glück hatten Holm Bachmann aus Crimmitschau und Roland Borrmann aus Frankenhausen. Als sie kurz vor 14 Uhr auf dem Lauterbacher Acker ihre beiden Eigenbau-Sechseck-Drachen in die Lüfte brachten, wehte der Wind noch reichlich. Nach dem Erreichen einer Höhe von rund 80 Metern waren die Windverhältnisse dann so gut, dass beide Drachen bis zum Ende der Veranstaltung lustig im Wind flatterten. Der Drachen von Holm Bachmann ist ein echter Oldtimer. Das Grundgerüst dieses Flugobjektes ist bereits 50 Jahre alt. Es wurde zwischenzeitlich neu bespannt mit einem leichten strapazierfähigen Pergamentpapier.

Etwa fünf Stunden Bauzeit benötigte Roland Borrmann für seinen Sechseck-Drachen, der zudem etwas ganz besonderes aufweisen kann. Der etwa sechs Meter lange Drachenschwanz ist nicht wie üblich mit Papierstreifen bestückt, sondern mit dem Band einer alten C-90-Musikkassette. "Es brauchte nur etwas Geschick beim Zuschneiden und Verknüpfen", sagte Borrmann.

Mit Spannung erwarteten die Gäste die Prämierung der Flugobjekte. Das war wie immer keine leichte Aufgabe, denn trotz aller Bemühungen versagten viele der Flugobjekte auf Grund des Windmangels. Groß war die Freude bei der kleinen Lilli Kuhle aus Lauterbach, die für ihren Eigenbaudrachen, den sie gemeinsam mit Opa Michael gebastelt hatte, den Preis für den schönsten Drachen erhielt. Der Preis für den größten Drachen - auf Grund der Länge des Drachenschwanzes - ging an Roland Borrmann aus Crimmitschau und der Preis für den originellsten - wegen des Alters des Grundgerüstes - bekam Holm Bachmann überreicht. "Das war die letzte Veranstaltung für dieses Jahr", sagte Vereinsvorsitzender Roland Wagner. "Nun hoffen wir auf einen knackigen Winter, um wieder einmal ein Nachtrodeln über die Bühne zu bringen. rwa

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...